JHV der Freiburger Grünen

Letzten Donnerstag war Jahreshauptversammlung der Freiburger Grünen. Es gab zwar keinen weißen Rauch und es hat auch keiner „habemus duces“verkündet, aber dennoch hatten die Freiburger Grünen am Ende der Versammlung einen neuen Vorstand.

Persönlich lief es für mich optimal. Ich wurde mit 48 Ja, einer Gegenstimme und vier Enthaltungen in meinem Amt bestätigt. Auch meine Kollegin Silke Krebs wurde wiedergewählt. Neu in den Vorstand wurden Hannegret Bauß (57, Krankenschwester und Lehrerin), David Vaulont ( 18, Abiturient) und Rainer Leweling (39, Betriebswirt und Sozialpädagoge) gewählt. Damit stehen zwei „alten“ Vorständen drei Neue gegenüber. Dies wird für den Vorstand sicherlich auch in sofern einen Einschnitt bedeuten, als dass man nicht, wie bisher, ein oder auch mal zwei Neue Mitglieder integrieren muss, sondern als neugewählter Vorstand zusammen eine Arbeitsform und Vorgehensweise finden muss.

Der neue Vorstand zeichnet sich vor allem durch Vielfältigkeit aus. Ob Alter, Beruf oder Geschlecht, ob Bobbele oder Zugezogener, ob langjähriges Mitglied oder neu dabei: alles ist vertreten. Ich hoffe im neuen Vorstand ein Gremium zu finden, in dem in der Sache leidenschaftlich gestritten und diskutiert werden kann und sonst pragmatisch zusammengearbeitet werden kann. Auf jeden Fall möchte ich allen neu und wiedergewählten KollegInnen ganz herzlich gratulieren und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Weiteres Thema der Jahreshauptversammlung war der Beschluß über einen Katalog von Zielen, die wir im Rahmen unser Klimakampagne präsentieren wollen. Und es wurde – sowas freut mich eigentlich immer – leidenschaftlich diskutiert. Leider dabei oft nicht in der Sache, sondern vor allem darüber ob man auch etwas fordern darf, ohne ein genaues Umsetzungskonzept mitzuliefern.

Einige waren auch der Meinung, dass man das ganze nicht als Forderungen, sondern als Thesen aufstellen soll. Ich bin froh darüber, dass sich eine Mehrheit am Ende anders entschieden hat. Ich denke wir Grüne müssen in der Klimaschutzkampagne mit neuen, kreativen und weitergehenderen Ideen (zwar nicht um jeden Preis, sondern nur wenn sinnvoll) vertreten sein. Dabei können wir auch anecken. Ich bin Mitglied der Grünen weil Umwelt und Klimaschutz für mich ein Herzensanliegen sind. Das heißt für mich, jetzt wo viele Parteien unsere Forderungen übernommen haben – was mich freut, sich nicht auszuruhen, sondern weiterzumachen.

Die anderen Parteien würden heute niemals so weitreichende Klimaziele formulieren, wenn wir nicht Vorreiter gewesen werden. Lasst uns erneut Vorreiter sein und mit radikalen, aber letztlich realistischen Forderungen (denn hier heißt realistisch sein den Klimawandel zu bekämpfen) an die Öffentlichkeit gehen und so unser Scherflein zum Klimaschutz beitragen.

Dazu noch eine kleine Anekdote: Kürzlich unterhielt ich mich mit der Freiburger grünen Landtagsabgeordneten Edith Sitzmann und am Ende eines längeren Gesprächs sagte Sie zu mir. Du musst wissen: Jeder von uns hat in irgendeinem Bereich seine „Fundi-Ecke“ – den Bereich wo er „radikaler“ ist als der Durchschnitt unserer Partei.

… rückblickend auf dieses Gespräch kann ich sagen: Ich habe meine gefunden.

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