Sommer im April

Was man Anfang des Monats ja noch getrost für einen netten Aprilscherz halten konnte, der dann mit gewohnt Petrusschem Humor in einer nasskalten „Nieselregen-grauingrau-Sonnenstrahlen nur um nicht zu vergessen dass es auch schöner sein könnte (Aprilwetter eben)“-Pointe enden würde, entpuppt sich inzwischen tatsächlich als anscheinend völlig ernstgemeinter Sommerbeginn. Nur eben: Gut 3 Monate zu früh.

Schaut man sich in Freiburg um (und ja, wir sind ohnehin stolz auf unsere Sonnenstunden und hetzen gleich beim ersten Sonnenstrahlchen auf Wiesen, an die Dreisam und in die Baggerseen – schon allein um den KollegInnen in München zu zeigen, dass die nördlichste Stadt Italiens immer noch wir sind und die sich mal brav zurückhalten dürfen mit ihrer Nabel-der-Welt-Profilneurose), sieht man auch heute – und das nun seit Wochen – einen guten Teil der Bevölkerung unter strahlend blauem Himmel in Cafés, auf Wiesen und Balkonen sitzen, dass man meinen könnte, die Sommerferien seien gleich auch nach vorne verlegt worden. Sind sie aber nicht (zwischen den Zeilen spricht der Neid dessen, der eben trotzdem in der Uni sitzt…).

Neben aller Freude (aber auch: Nicht-Freude – noch *nie* musste ich Ende April fürchten, an der Uni keinen Fahradstellplatz zu finden – bisher fragte man sich eher, ob noch eine Heizung zum Regenhose-Trocknen frei sein würde…!) frage ich mich dann schon: Wo, bitte, soll das hinführen? Wenn ich jetzt im April schon in Hochsommermanier gegen 15 Uhr eher über meinen Büchern einschlafe als irgendwas gebacken zu kriegen? Und: Warum haben eigentlich die Freibäder noch nicht auf? Tja, irgendwie ungleichzeitig, das Ganze. Immerhin: Die Eisbuden sind zur Stelle (die sind ja auch, im Gegensatz zu den Freibädern, flexible private Gewinn-Maximierer, ne?). Die Forderung fürs (Früh)Sommerloch also: Freibäder privatisieren. Sofort. Dann wird alles besser.

(ja, klar…)

Zurück zum Wesentlichen: Mit etwas Glück (?) war das ja alles El Nino (das ist das kleine Kind, das diesen Winter angeblich schon den ganzen Schnee weggeblasen hat) und der Spuk hat im nächsten Jahr ein Ende.

Oder es ist eben doch bereits der Klimawandel. Aber auch dann heißt es ja bekanntlich für Nordeuropa: Ruhig Blut, mit ein bisschen Glück versiegt der Golfstrom und Wintersport sowie perfekte Konzentrations-Temperaturen sind uns sicher.

3 Kommentare zu “Sommer im April”

  1. Till Westermayer

    Hey, das ist doch mein Thema! ;-)

  2. thd

    *grins* Keine Sorge, will Dir das auch nicht streitig machen – was Du ja schon daran siehst, dass wir keine entsprechende Kategorie haben ;) (noch…)

  3. Till Westermayer

    Naja, wenn das so weitergeht, braucht ihr die auch noch ;-)

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