Eins, zwei oder Drei?

„Eins, zwei oder Drei?“ heißt es jetzt auch bei den Grünen. Nachdem letztes Jahr ein neues Logo der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, um dann nach parteiinternem Druch wieder zurückgezogen zu werden, gibt es nun drei neue Entwürfe für ein Parteilogo.

Die neuen Logos

Eines ist den drei neuen Entwürfen gemeinsam. Sie sind alle nicht revolutionär. Keiner der Entwürfe weicht so radikal vom bisherigen Logo ab, wie der Entwurf, der letztes Jahr kurz vor dem Bundesparteitag vorgestellt wurde. Nur um dann nach deutlichen Protesten wieder in der Mottenkiste zu verschwinden.

Der Entwurf vom letzten Jahr

Wahrscheinlich dürften deshalb die jetzt vorgebrachten Entwürfe deutlich konsensfähiger sein, als dass was letztes Jahr in einer Nacht- und Nebelaktion der Partei vorgelegt wurde. Auch in der grünen Blogosphäre gibt es schon einige Statements dazu. Während Till das zweite Logo am besten gefällt, mag Henning eigentlich keines der drei so richtig, am ehesten aber noch das Erste und Julia und Maik bevorzugen das dritte Logo.
Auch im Designtagebuch und bei fontblog wird über das neue grüne Logo gebloggt.

So richtig überzeugt bin ich von keinem Entwurf, aber ich finde auch keinen Entwurf richtig schlecht. Ein paar allgemeine Dinge:

  • Neben den Entwürfen mit dem grünen Hintergrund sind auf der grünen Seite auch noch andere Varianten zu finden. Mir gefallen die Entwürfe mit weißem Hintergrund besser. Das sieht übrigens auch Till so. Das grün empfinde ich als zu klobig. Auf einem Wahlplakat, wäre es sicherlich denkbar, aber als z.B. abgetrenntes Logo auf einem Briefkopf undenkbar
  • Die Schrift beim ersten und dritten Entwurf gefallen mir nicht. Sie sind fett und das kursive beim ersten Entwurf finde ich schon fast peinlich. Mir gefällt die Schriftart Antenna, sie ist nicht so klobig, modern und trotzdem gut lesbar.

Interessant ist übrigens auch, was die Logokommission zu den drei verschiedenen Entwürfen gesagt hat.

Zum ersten Logo befindet man:

„Entwurf 1 steht am stärksten in der Kontinuität des aktuellen Logos. Im Rahmen dieser Kontinuität gelingt ihm sehr gut die grafische Verklarung sowie die Aufhebung der Trennung zwischen BÜNDNIS 90 und DIE GRÜNEN durch die gemeinsame Schrift Futura. Die Funktion der Sonnenblume allerdings ist im Vergleich zum aktuellen Logo kaum verändert. Sie verbindet die beiden Teile unseres Parteinamens und steht dadurch – anders als bei den anderen beiden Entwürfen – nicht als eigenständiges Erkennungszeichen zur Verfügung.“

Mir gefällt beim ersten Entwurf hauptsächlich die Schrift nicht. Sonst finde ich den Entwurf recht gut, gerade an die „Dreiviertelsonnenblume“ hat man sich ja doch gewöhnt. Ob sie deshalb nicht als eigenständiges Erkennungszeichen funktionieren kann, ist mir noch nicht so ganz klar, warum aber eigentlich nciht, wenn man bedenkt, dass dies einer Viertelsonnenblume im Entwurf von vor einem Jahr zugetraut wurde

Zum zweiten Entwurf heißt es

Entwurf 2 löst sich stärker vom bisherigen Logo. Die Sonnenblume rückt links neben den Namenszug und steht dort als starkes, eigenständiges Symbol, das auf den Parteinamen ausstrahlt. Der Namenszug erhält durch die Schrift Antenna einen modernen und trotzdem individuellen Charakter. Er ruht – wie auch Entwurf 1 – auf dem blauen Balken, der gleichzeitig ein guter Platz für die Namen von Orts-, Kreis- oder Landesverbänden ist. Zudem lässt sich Entwurf 2 besonders gut auf verschiedensten Materialien von der Visitenkarte bis zum A0-Plakat anwenden, weil er zum einen der kompakteste ist und zum anderen Wort- und Bildmarke eigenständig stehen.

Mir gefällt dieser Entwurf eigentlich recht gut, wenn ich mich für einen der drei Entwürfe entscheiden würde dann dieser. Besonders die schrift ist gut lesbar und kann auch aus einer gewissen Distanz besser gelesen werden, als die beiden anderen. Allerdings ist das ganze etwas statisch.

Zum dritten Entwurf heißt es:

„Entwurf 3 löst die gestellten Anforderungen auf eine überraschende und originelle, aber auch klassisch moderne Art und Weise. Die Trennung von BÜNDNIS 90 und DIE GRÜNEN wird nicht über eine gemeinsame Farbe, sondern über die Anordnung der beiden Begriffe sowie durch die gemeinsame Schrift Avant Garde aufgehoben. Auch hier findet die Sonnenblume einen eigenständigen Platz.“

Über den dritten Entwurf bin ich mir am unsichersten. Auf den ersten Blick hat es mir gefallen. Der Entwurf bringt die meisten Überraschungen mit sich. Das 90 in die nächste Zeile zu ziehen ist pfiffig und es ist auf jeden Fall mehr Bewegung drin als beim zweiten Entwurf. Allerdings ist es auch ein wenig chaotisch. Die Farben und Zeilen wechseln und es sieht so zusammengeklebt aus.

Da ich die Schrift beim zweiten Logo am besten finde, das erste aber etwas dynamischer ist ohne so chaotisch zu sein wie das zweite, hab ich das ganze mal kombiniert und einen eigenen Entwurf gemacht. Diesen seht ihr hier:

Logoentwurf von Johannes

4 Kommentare zu “Eins, zwei oder Drei?”

  1. Neue grüne Logo-Entwürfe » henningschuerig.de/blog

    […] 2: …und bei Grünes Freiburg, Julia Seeliger und […]

  2. PatJe.de » Grüne suchen neues Logo

    […] so einen kleinen Fortschritt (…) eigentlich nicht [lohnt], das Logo zu wechseln”. Johannes ist sich bei Nummer drei ebenso unsicher, findet es zwar pfiffig aber auch chaotisch und hat darum […]

  3. thd

    Beim Blick auf diese Entwürfe stellt sich mir die Frage: Warum dann überhaupt ein neues Logo?

    Keines dieser Logos stellt (in meinen Augen) einen wirklichen „Schritt nach vorne“ dar. Entweder, man ist mutig – das ist aber keiner der 3 Entwürfe, das war, bei aller brechtigter Kritik, der erste Entwurf aber immerhin – oder man lässt es bleiben. Soooo schlecht ist das aktuelle Logo dann auch nicht.

    Es erscheint mir ohnehin seltsam, wie man – fernab jeglicher programmatischer Neuaufstellung – plötzlich über ein neues Logo befindet. Es erscheint insgesamt „herausgerissen“ und steht seltsam „neben“ der aktuellen Debatte in der Partei.

    Wenn „Re-Make“, dann als „Gesamtprojekt“ – zusammen mit dem neuen Grundsatzprogramm 2002 wäre zum Beispiel ein Zeitpunkt gewesen; von mir aus auch mit einem Bundestagswahlprogramm. Wobei man dann – zugegebenermaßen – Gefahr liefe, die Debatte unter Umständen von den Inhalten weg zum Logo zu lenken…

    Auch die von der Jury aufgeführte Kritik am alten Logo erscheint mir angesichts seiner erreichten Bekanntheit wenig zwingend.

    Deshalb: Lieber sein lassen, als jetzt auf Teufel-Komm-Raus einen wir-machens-allen-recht-biederen-Kompromissvorschlag plötzlich als Identifikationssymbol zu haben…

  4. Grünes Gelsenkirchen » Parteileben » Grüne suchen neues Logo

    […] so einen kleinen Fortschritt (…) eigentlich nicht [lohnt], das Logo zu wechseln". Johannes ist sich bei Nummer drei ebenso unsicher, findet es zwar pfiffig aber auch chaotisch und hat darum […]

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