RCDS-Vorsitzender will Zweiklassenwahlrecht
„Stumpfsinnige Vorschläge“ (jw) scheinen bei RCDS und JU nicht nur in Freiburg populär zu sein. Wie die TAZ berichtet, hat der RCDS-Bundesvorsitzende Gottfried Ludewig in einem Brief an die Partei vorgeschlagen, ein doppeltes Stimmrecht für sog. Leistungsträger bei Landtags- und Bundestagswahlen einzuführen. Das Ludewig, auch Mitglied im Bundesvorstand der CDU, ein demokratisches Grundprinzip in Frage stellt, sollte nicht verwundern, schließlich haben ihn während seiner Zeit als AStA-Vorsitzender an der TU Berlin demokratische Prinzipien auch nicht sonderlich interessiert. Ausführliche Informationen über sein Treiben dort gibt es beim astawatch.
Welche Konsequenzen innerhalb der CDU das für ihn haben wird, ist leicht absehbar: 2009 gehts in den Bundestag!
Am 24. Mai 2008 um 11:02 Uhr
Na klar. Ich finde sowieso: In unserem Staat sollten nur noch die mitreden dürfen, die auch was für ihn tun. Ergo: Wahlrecht nur für Steuerzahler. Oh, und natürlich für Leute, die Kinder erziehen. Wenn sie Frauen sind. Das könnte man dann auch ganz einfach kenntlich machen: Die einen bringen den Steuerbescheid mit ins Wahlbüro und für die anderen gibt’s so was zum Anstecken, so ne Mutterbrosche oder so – da soll es ja auch schon Muster für geben, ist nur ein paar Jahrzehnte her. So kriegt Herr Ludewig dann auch Lafontaines Frau mit ins Boot – und schon haben wir eine neue Koalitionsmöglichkeit…
Am 24. Mai 2008 um 13:09 Uhr
Eigentlich ist’s ja keine sinnvolle Kategorie der Politikkritik – aber irgendwie sieht der Herr Ludewig genau so aus, wie’s das Klischee eines Krawallkonservativen es verlangt.
Am 24. Mai 2008 um 19:48 Uhr
@thd
Die Kombination von Familien und Klassenwahlrecht ist natürlich eine interessante Überlegung. Aber ich finde, dass das Wahlrecht außerdem an persönlichen Grundbesitz gebunden sein sollte. Man kann ja sonst nicht dv. ausgehen, dass jmd., bereit ist unsere deutsche Erde zu verteidigen.
@Till
Habe ich auch gedacht. Der Begriff „Krawallkonservativer“ gefällt mir. Aber da wir bei Grüns sind müssen wir auch dem Abkürzungszwang genügen, also: Krakon.
Am 24. Mai 2008 um 21:28 Uhr
@jk: „Krako“ wäre doch fast noch besser – könnte auch ein krötengesichtiger Bösewicht in einem Comic sein.
Am 25. Mai 2008 um 20:21 Uhr
@Till
„Krakon“ hat den Vorteil sprachlich näher am bekannten“Neocon“ zu sein.
Unabhängig dv.: Es hat auch seinen Vorteil, dass es solche Krakos/Krakons noch gibt und nicht nur diese weichgespülten Staubsaugervertreter-Typen wie Pofalla und Co. Ein klares Feindbild motiviert einfach.
Am 25. Mai 2008 um 22:40 Uhr
Hab auch davon gelesen. Das ist wirklich unglaublich. Wie kann der allen Ernstes sowas nicht nur denken, sondern auch noch öffentlich äußern? Das ist echt aus einer anderen Welt. Unfassbar.
Am 26. Mai 2008 um 00:49 Uhr
@Henning
Das Problem ist, der Typ ist aus einer anderen Welt und in dieser/seiner Welt ist das nicht undenkbar. Da er schon früher mit ähnlichen Äußerungen aufgefallen ist, gehe ich nicht dv. aus, dass er einfach nur mediengeil ist. Er vertritt eine Art rechtselitären Konservativismus, den ich für ausgestorben hielt. Man schaue sich nur Diskussionen auf manchen CDU-Blogs an, dann weiß man, dass er nicht ganz alleine ist.
Am 10. Juni 2008 um 00:07 Uhr
Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass sich der RCDS Baden-Württemberg und sein Vorsitzender Benrhard Maas aus Freiburg sich ganz klar davon distanzieren.
Am 13. Juni 2008 um 22:15 Uhr
@ x
Wenigstens etwas. Ich hoffe, dass der zeitliche Abstand von 2 Wochen dem Sitzungsrhythmus des Landesvorstandes geschuldet ist. Erschreckend ist nur, dass BaWü damit der einzige RCDS-Landesverband ist, der dass so sieht. Bei einer spontanen Suche habe ich nirgendwo eine weitere Äusserung gefunden.