Özen oder ratzen?
Wie die Medien vermelden, hat sich der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann, entschieden gegen Cem Özdemir für den Bundesvorsitz zu kandidieren. Die ReformerInnen (Warum nutzen die eigentlich keine geschlechtergerechte Formulierung?) haben damit ihr Ziel mit einem gemeinsamen Kandidaten anzutreten nicht erreicht, so dass den Linken auf der BDK in Erfurt eine größere, vielleicht sogar entscheidende Rolle zukommt. Dort hat man nach meinem Eindruck eher Sympathien für Volker Ratzmann oder besser gesagt: mehr Antipathien gegen Cem Özdemir. Bei einem Fischer-Ziehsohn (mittlerweile auch als Außenpolitiker), Atlantikbrückenbauer, Freund von Huntzinger und Bonusmeilen-Flieger ist das auch nicht weiter verwunderlich. Von „Alternativen“ kann man hier allerdings trotzdem kaum sprechen. Beide wollen das Profil schärfen, nach allen Seiten offen sein und finden es auf Jamaika schöner als in Weißrussland. Die inhaltlichen Unterschiede kann man mit der Lupe suchen.
Update (15.6. 08, 15.32 Uhr): Ulrike
HermannWinkelmann (taz) fehlt auch die Unterscheidbarkeit und meint in der Kandidatur von 2 Realos die Überwindung des Lagerdenkens zu erkennen.
Am 15. Juni 2008 um 22:49 Uhr
Die taz-Autorin heißt Ulrike Winkelmann – macht die Argumentation aber nicht wirklich besser.
Am 15. Juni 2008 um 23:44 Uhr
Irgendwie habe ich es mit den Namen… Wie sie auf ihre grandiose Schlussfolgerung kommt, habe ich auch nach dem 3. Mal lesen noch nicht kapiert.
Besser ist nur Antje Hermenau:
Doch begrüße sie die nun anstehenden Debatten, die beweisen würden, dass die grüne Musik im Realo-Lager spielt. „Die Linke sitzt auf den Zuschauerrängen. Sie wird der reaktionäre Teil der Grünen. Inhaltliche Neuimpulse kriegen wir von da nicht“, sagte Hermenau.