Es geht wieder los – Uniwahlen 08

Am Montag beginnt wieder die traditionelle Papierschlacht, um die Stimmen der Studierenden für Senat und AStA, bei der es wie immer um die Mehrheit für buf – das Bündnis für u-asta und u-Fachschaften, auf dessen Listen auch die Grüne Hochschulgruppe und Die Linke.SDS kandidiert – und damit für das Fortbestehen des u-Modell. Die Ideen des u-asta für das kommende Semester erscheinen mir etwas Mau, nachdem die „Großen Themen“ (Studiengebühren, Boykott, BA/MA, Jäger usw.) nicht mehr so viel hergeben. Aber für buf handelt es sich prinzipiell um einen Systemwahlkampf und ein Blick auf die Oppositionsgruppen zeigt, dass sie keinerlei Alternative bieten.

Während die Jusos (16,8% 2007) erst einmal gar nichts verraten wollen, schreibt die LHG nur, was sie am derzeitigen u-Modell doof finden (sie wollen es parlamentarisch), warum sie eine Verfasste Studierendenschaft wollen und das die Gebühreneinnahmen anders verteilt gehören. Ein eher müdes Programm, der ewigen JuristInnen- und VWLer-Liste. Mehr als auf einen Sitz (7,1% 2007) wie immer scheint man nicht zu hoffen.

Anders dagegen der RCDS (12% 2007) , der seit Jahrzehnten davon träumt den bösen u-asta zu stürzen und endlich alleine bestimmen zu dürfen. Dafür haben sie eine, was die Fächer angeht, eine erstaunlich breite Liste aufgestellt. Ganz kreativ wollten sie auch sein und haben sich ausgedacht, wofür ihrer Meinung nach buf steht:

B = Bündnis mit Kommunisten (Da die Kampagne der Mutterpartei gegen die Linke so hervorragend funktioniert, darf man ja als HSG nicht nachstehen.)
U = unfähig (Der ewige Vorwurf der Mittelverschwendung. Leider verraten sie uns nie wo eigentlich.)
F = fertig (Buf regiere schon viel zu lange (die CDU in BaWü auch?) und jetzt sei es Zeit, dass ein paar junge Konservative für Ordnung sorgen – wie an der TU Berlin.)

Enttäuschend sind sie dann aber beim Programm, wo es viele schöne Bilder aber wenig Text gibt. Vielleicht liegt das ja daran, dass man beim letzten Mal viele Sachen gefordert hat (z.B. 24h-UB), die es schon gab und auch auf Nachfrage nicht erklären konnte, wo und wie man eigentlich mehr kooperieren (ihr Slogan 2007: Mehr Kooperation statt Konfrontation) wolle als der u-asta.

Allerdings haben sie das diesmal wieder geschafft: Sie wollen Mensaessen aus regionalen Produkten. Schade, gibt es leider schon. Dann haben sie noch ihre uralte Forderung nach einem „Studententag“, weil es schließlich 22 000 Studis in der Stadt gibt. Lieber RCDS, 22 000 Studis gab es vor der Gebühreneinführung an der Uni, in der Stadt dürften es ca. 30 000 sein. Preiserhöhungen für das Semesterticket, gegen die der u-asta angeblich nichts getan hätte, wollen sie nicht mitmachen. Dumm nur, dass die Studierenden dabei gar nichts zu sagen haben, weil sie nicht Vertragspartner sind. Dafür brauchen wir eine Verfasste Studierendenschaft, die der RCDS nicht will. Studiengebühren sind übrigens überhaupt kein Thema für den RCDS.

Ganz super ist der Satz am Ende: „Mit einer Mehrheit im Senat und im AStA würden wir uns engagiert für dich einsetzen!“ Sonst aber nicht.

Update (16.6. 08, 21.00 Uhr): Die Jusos verraten nun doch etwas über sich. Von den KandidatInnen (quotierte Liste!) sagt mir eigentlich niemand was. Das scheint eine neue Generation zu sein. Das bisher nur in Kurzform vorhandene Programm, unterscheidet sich nicht groß vom u-asta. Bisher fehlt das sonst übliche u-Modell-Bashing. Entweder kommt es noch in der ausführlichen Variante oder die Jusos sind doch noch weise geworden.

9 Kommentare zu “Es geht wieder los – Uniwahlen 08”

  1. thd

    Ach jetzt versteh ich warum man vom RCDS immer nur im Wahlkampf was hört: Die fangen erst an, wenn sie ne Mehrheit haben…

    ;-)

  2. jk

    Ehrlicherweise schleppen sie auch alle naselange irgendwelche Pseudo-CDU-Prominenz nach FR. Mit der realen Hochschulpolitik hat das nur sehr wenig zu tun. Das sie dv. einfach keine Ahnung haben, merkt man bei jeder Wahl und auch sonst.

    Richtig gewundert habe ich mich, warum sie den „Jäger-Platz“ nicht auch im Programm haben. So eine Gelegenheit um sich lächerlich zu machen, haben sie doch noch nie ausgelassen.

  3. links for 2008-06-16 « SYSTEMWECHSEL

    […] GruenesFreiburg » Es geht wieder los – Uniwahlen 08 Das buf-Modell steht wieder mal zur Wahl an der Uni Freiburg. (tags: Uni Freiburg) Verfasst von paul Eingeordnet unter Links […]

  4. Till Westermayer

    Auf der Website der Grünen Hochschulgruppe ist’s allerdings auch noch ziemlich leer bezüglich 2008 – ich warte gespannt aufs Update.

  5. jk

    Ich darf wohl meine Hände in Unschuld waschen. Wobei, da wir ja auf buf stehen, gilt ja das u-asta-zeug irgendwie für uns auch.

  6. thd

    Habe die Homepage gerade in einer etwas überstürzten Aktion aktualisiert. Na ja.

  7. Till Westermayer

    Was mir beim Blick auf den BUF-Wahlkampf auch noch auffällt: wie lange sich Layoutvorgaben (und strategische Überlegungen) halten – das Grundlayout des Wahlinfos, der KandidatInnen-Plakate und der Einzelplakate stammt noch aus meiner Vorstandszeit, ebenso die BUFa/b-Strategie. Im Detail hat es natürlich viele Veränderungen gegeben (neues Logo, neue Schriftart) – aber die Grundstruktur ist geblieben. Finde ich spannend zu beobachten.

  8. jk

    „Never change a winning team“ würde ich sagen. Das Grundlayout der GJ-Plakate stammt auch noch aus guten alten Zeiten.

  9. GruenesFreiburg » Blog Archiv » buf gewinnt Uniwahl – mal wieder

    […] auf diesem Blog: Es geht wieder los – Uniwahlen 2008 Uniwahlen […]

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