Verblüfft und sprachlos: Monika Stein und Coinneach McCabe verlassen Grüne Fraktion

Erfahren habe ich es durch die Buschtrommel, per SMS. Den Rest des Spieles Kroatien-Schweiz verfolgte ich irgendwie mit abwesenden Gedanken und murmelte immer wieder „Unglaublich“, „Wahnsinn“ oder Ähnliches vor mich her. Wenigstens passte sich dann noch das Spiel meinem Gemütszustand an.

Moni und Coinneach verlassen die Fraktionsgemeinschaft von Grünen und Junges Freiburg und gründen die Grüne Alternative Liste Freiburg. Verkündet wurde dieser Schritt bei einer heute einberufenen Pressekonferenz im Grünhof, so die Badische Zeitung.

Auch eine eigene Homepage gibt es schon, zu erreichen unter: http://galfr.wordpress.com/. Dort ist unser Blog verlinkt und man findet u.A. die Presseerklärung, die Ihren Austritt begründet:

„Die gegenwärtige Freiburger gemeinderätliche Politik ist durch Grabenkämpfe gekennzeichnet. Darüber, wer das begonnen hat, kann man streiten aber eine Menge Öl haben wir in der Fraktion Junges Freiburg/die Grünen im vollem Bewusstsein ins Feuer gegossen“, sagt Coinneach McCabe. Diese polarisierte Politik, sehen die beiden StadträtInnen, ist nicht nur eine Last für die GemeinderätInnen sondern für die gesamte Stadt.

„Eine Bereitschaft sich aus dieser Falle zu lösen, war in der Fraktion JF/Die Grünen nicht vorhanden.“

Der von beiden kritisierte Politikstil war nicht nur gegenüber den anderen Fraktionen sondern war auch innerhalb der eigenen Fraktion spürbar. „Nicht-konforme Meinungen wurden mit unsachlichen Argumenten abgebügelt allein um dem OB die Treue zu erweisen.“ Dass die Fraktion aus machtpolitschen Gründen fachlich falsche Entscheidungen trifft, erwies sich für die beiden StadträtInnen als nicht weiter tragbar.

„Die Schulsanierungen und das 1€-Mittagessen für die Kinder aus finanziell schwachen Familien sind selbstverständlich Maßnahmen, die wir komplett unterstützen können. Aber dies reicht nicht aus um die Waagschale wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, so Coinneach McCabe.

Stadträtin Stein und Stadtrat McCabe erwarten sich durch ihre Unabhängigkeit besser für Themen einsetzen zu können um die Grundrechte zu schützen, ökologische und soziale Politik in Freiburg einzufordern.

Reaktionen auf den Schritt von Monika und Coinneach gibt es bei der SPD, die den beiden eine Zusammenarbeit anbietet und bei Junges Freiburg, wo sich Fettnäpfchen Sebastian Müller schon wundert, warum hier noch nichts steht. Er hat sich dazu ja auch schon auf dieser Seite geäußert. Ansonsten denkt Junges Freiburg über die Abgrenzung zu „beiden grünen Gruppierungen“ nach:

Die Wählervereinigung trifft sich am Montag um ihr Verhalten zu diskutieren. Dabei wird es um unser weiteres Verhältniss zu beiden grünen Gruppierungen gehen. Klar ist wir müßen Wege finden uns im (Vor-)Wahlkampf voneinander abzugrenzen und für diese Zeit unser Verhältnisse neu zu definieren.

Und die Reaktion der Grünen? Die BZ berichtet:

Der Schritt, die Fraktion zu verlassen, habe sich schon lange angebahnt. Informiert haben die beiden Abtrünnigen ihre Fraktionsvorsitzende Maria Viethen gestern per E-Mail. Entsprechend überrumpelt gab diese sich gestern im Gespräch mit der BZ. „Das ist ein starkes Stück“, sagte sie. Ein unmögliches Verhalten sei es, die Fraktion ohne vorherige Absprache zu verlassen.

Dass Stein und Mc Cabe unzufrieden waren, sei klar gewesen. Aber so einen radikalen Schritt hätte sie nicht erwartet. So habe es in den vergangenen Jahren wegen Meinungsverschiedenheiten in der Fraktion mehrere moderierte Gespräche gegeben. Stein und Mc Cabe waren 2004 erstmals in den Gemeinderat eingezogen. „Es tut mir auch sehr leid“, sagte Viethen, zumal die beiden wichtige Themen wie Randgruppen und Bürgerrechtsfragen abgedeckt hätten.

Überrascht zeigte sich auch Oberbürgermeister Salomon. „Ich kann mich nicht an größere Streitereien in der grünen Fraktion erinnern“, sagte er gestern Abend. Gerade zu Monika Stein habe er persönlich ein gutes Verhältnis. „Als Politiker muss man für seine Sachen streiten“, dies hätten die beiden abtrünnigen Grünen offenbar nicht gemacht.

Den Vorwurf, er würde die grüne Fraktion steuern, wies Salomon zurück: „Wir lassen uns gegenseitig unsere Freiheit.“ Als aktuelles Beispiel nannte er das Fahrrad-Abstellverbot am Bertoldsbrunnen, das die Verwaltung gegen die Stimmen der Grünen erlassen habe. „Der OB hat oft einen schweren Stand bei uns“, bestätigte Maria Viethen. Aber natürlich sei es auch Aufgabe ihrer Fraktion, die Regierungspolitik mitzugestalten.

Und was ich dazu sage? Zuerst einmal bin ich sprachlos und verblüfft. Ich kann ein einige der Gründe gut nachvollziehen. Auch ich hätte mir gewünscht, dass man sich offener für andere Meinungen zeigt und diese nicht immer mit „der versteht es einfach nicht“ aburteilt, anstatt zu begreifen, dass diese Entscheidung vielleicht durch ein anderes Wertekonzept begründet war. Als Mitglied des Kreisvorstands habe ich dies auch das eine oder andere Mal erfahren. Bei einigen, der von Moni und Coinneach erwähnten Themen war ich in der parteiinternen Auseinandersetzung, ich denke an Alkoholverbot und Schattenparker, auf Ihrer Seite, in sofern kann ich vielleicht nachvollziehen, was die beiden dazu bewegt hat aus der Fraktion auszutreten.

Kann ich es auch verstehen? Ich weiß es nicht. Mir scheint es immer sauberer, wenn man aus einer Partei austritt auch das Mandat zurückzugeben, auf der anderen Seite ist das persönliche Element bei GR-Wahlen natürlich nicht zu unterschätzen. Egal wie diese Geschichte weitergeht, hoffe ich dennoch, dass man weiterhin mit vollem Respekt miteinander umgehen wird und dass auch weiterhin ein Dialog möglich sein wird.

Weitere Gedanken gibt es Morgen.

29 Kommentare zu “Verblüfft und sprachlos: Monika Stein und Coinneach McCabe verlassen Grüne Fraktion”

  1. till we *) . Blog » Kurz: Links-alternative Grüne in Freiburg jetzt mit eigener Fraktion

    […] in der Badischen Zeitung und – dort im Tonfall sehr überrascht und verwundert – bei Grünes Freiburg. Im Gegensatz zu Johannes kann ich den Schritt der beiden ganz gut nachvollziehen und bin gespannt, […]

  2. Sebastian Müller

    Lieber wer auch immer diesen Artikel verfasst hat,

    ich finde es OK, dass du mich zitierst, aber ich bitte dich die Bezeichnung „Fettnäpfchenmüller“ doch zurückzunehmen. Ich empfinde diese als Beleidigend und nicht lustig!

    „und bei Junges Freiburg, wo sich Fettnäpfchenmüller schon wundert, warum hier noch nichts steht. Er hat sich dazu ja auch schon auf dieser Seite geäußert. Ansonsten denkt Junges Freiburg über die Abgrenzung zu „beiden grünen Gruppierungen“ nach“

    Ich kann Schritt der Beiden verstehen und hoffe das es jetzt nicht zu einer Schlammschlacht ausartet.

  3. jw

    Lieber Sebastian,
    das war ich. Was die Bezeichnung als Fettnäpfchenmüller angeht, so nehme ich diese zurück.
    Ich teile deine Hoffnung, dass es nicht zu einer Schlammschlacht aussteht, dennoch bleibe ich dabei, dass ich deinen „triumphalistischen Kommentar“ zu unserem Aprilscherzposting – nach dem Motto „seht her ich habe es schon immer gewusst“ für einen Tritt ins Fettnäpfchen halte. Solltest du es tatsächlich schon geahnt oder gewusst haben, dann war der Aprilscherz noch dümmer, als er ohnehin schon war.
    Zweitens empfinde ich es als Tritt ins Fettnäpfchen, wenn du schreibst:
    „Seltsam dass sich grunesfreiburg.de bisher noch nicht zu der Sache gemeldet hat.“.
    So seltsam finde ich das noch gar nicht, das wir warten bis auch die Zeitung darüber berichtet. So seltsam finde ich es gar nicht, wenn man bedenkt, dass es die Betreiber dieses Blogs, die in vielen Sachfragen Dinge ähnlich sehen wie Coinneach und Moni, die Nachricht erstmal verdauen müssen.
    mit bestem gruß
    Fettnäpfchenwaldschütz

  4. Sebastian Müller

    Lieber Johannes,

    natürlich habe ich zum Zeitpunkt des „Aprilscherzes“ nichts von solchen Plänen gewußt, ich glaube auch, dass diese noch nicht so alt sind. Das ganze ist keine von langerhand geplante Generalstabsmäßige Aktion. Manchmal ahnt man im Scherz aber vieles was dann wahr wird.

    Ich habe mich bei diesem Kommentar an gewisse Aktionen von zwei Leuten errinert und das hat mich vielleicht auch überreagieren lassen.

    Vielleicht sollte wir in Zukunft einfach mal wieder mehr kommunizieren.

    Sebastian

  5. Münsterfan

    Der Austritt von Monikas Stein und Coinneach McCabe wirft etliche Fragen auf:
    1. Austritt wegen eines halbjährigen Probelaufs mit einem Alkoholverbot?
    2. Coinneach McCabe hat im Gemeinderat dem Grundsatzbeschluss zum Verkauf der Stadtbau im Mai 2006 zugestimmt (Monika Stein fehlte wegen Krankheit, hatte sich aber auch zustimmend geäußert) – warum zu dieser Tatsache kein Wort?
    3. Als Begründung für den Austritt aus der grünen Rathausfraktion wird das vom Landtag beschlossene landesweite Rauchverbot genannt – ist das ernst gemeint?
    4. Als Begründung für den Austritt wird das Fahrradabstellverbot am Bertoldsbrunnen genannt – gegen das die grüne Fraktion geschlossen gestimmt hat – wo ist die Logik???
    5. Das Verbot, in Bussen und Bahnen nicht zu essen ist uralt und ebenso die Aufkleber in den Bussen und Bahnen (durchgestrichene Pommestüte, durchgestrichene Eistüte etc.) und war nie Thema im Gemeinderat – ein vorgeschobener oder ein echter Austrittsgrund?
    6. Wieso stimmt das Austrittsduo dem Masterplan zur allmählichen und nachhaltigen Entschuldung der Stadt Freiburg im Gemeinderat zu, lobt selbst in der Austrittserklärungnoch die darin enthaltene Erhöhung der Gelder für die Schulsanierungen, sagt auch später kein (selbst-)kritisches Wort über den Masterplan und führt den angeblich so schlimmen Masterplan dann plötzlich als Austrittsgrund an – vorgeschobenes Argument oder echtes???
    7. Warum strotzt die Austrittserklärung vor so vielen sachlichen Fehlern und Unwahrheiten???

  6. filtor

    Münsterfan: auch wenn Deine Punkte 3 und 4 halbwegs plausibel sind, merkt man insgesamt viel (auch durch überflüssige Satzzeichen dokumentierte) Wut über die Entscheidung und wenig Interesse daran, die Motive nachzuvollziehen. In der Begründung steht ausdrücklich, dass die beiden nicht länger Sachen mittragen wollen, die sie selbst nicht vertreten können. Darauf kann man doch nicht im Ernst antworten, sie hätten der jetzt kritisierten Politik ja zugestimmt.

    Nebenbei: Wie wäre es eigentlich mit einer Grünen Fraktion, in der nicht bloß zwei von 15 die Themen „Randgruppen und Bürgerrechtsfragen abdecken“, sondern die sich insgesamt an den Interessen von ausgegrenzten oder benachteilgten Menschen orientiert und die konsequent die Bürgerrechte verteidigt, zum Beispiel bei autoritären Demonstrationsauflagen oder rechtswidrigen Polizeimaßnahmen?

  7. Münsterfan

    filtor: Das von Dir angeführte Beispiel der angreifbaren und zweifelhaften Demonstrationsauflagen des Amtes für öffentliche Ordnung ist ein gutes Beispiel. Denn wer hat sich um dieses Thema gekümmert? Das waren doch nicht die beiden Austrittsstadträte, sondern die grüne Hochschulgruppe und andere. Im Gemeinderat nichts sagen, wenig zu tun und dann plötzlich mit großem Bohei auszutreten, das ist kein fairer Umgang mit den Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen und auch nicht mit den Wählerinnen und Wählern, die alle 48 Stadträtinnen und Stadträte dafür gewählt haben, dass sie etwas tun und nicht jahrelang einfach nur still rumsitzen.

  8. Till

    @filtor: Maria Viethens Wort zur lobenswerten Randgruppenarbeit ist mir auch etwas seltsam aufgestoßen.

  9. jk

    Mir ging es im ersten Moment (der ca. 1h dauerte) so wie Johannes.

    Ich kenne die Vorgänge und Auseinandersetzungen in der Fraktion nicht bzw. nicht gut genug, um zu sagen, ein Austritt ist gerechtfertigt oder nicht. Aber so wie die Beiden kennen gelernt habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie dass nicht übers Knie gebrochen oder ohne sehr gute Gründe getan haben. In jedem Fall ist das in vieler Hinsicht ein großer Verlust für die Fraktion und den KV.

    @Münsterfan
    Die beiden „Austrittsstadträte“ haben sich sehr wohl und mehrfach mit dem Thema der Demoauflagen, Schattenparker usw. befasst. „Still rumsitzen“ ist sicher das letzte, was man ihnen vorwerfen kann.

  10. HB

    „Filter“, was ist so anstößig daran, über Monis und Coinneachs Schritt zornig zu sein? „Münsterfan“ hat in jeder Hinsicht recht!
    Gehört es hier zu den Benimmregeln, erstmal zu beteuern, wieviel Verständnis man hat? Ich hänge mich solange ich in der Partei bin rein, dass das, was ich für inhaltliche oder kommunikative Schräglagen halte, korrigiert wird. Oft genug in Übereinstimmung mit den „kritischen Geistern“.
    Ich habe überhaupt kein Verständnis! Was soll das denn werden, wenn es fertig ist ?(Außer der Partei mal richtig derbe zu schaden) Eine Partei mit zwei Fraktionen? Ein Gemeinderat mit Sozialisten, Kulturlisten, Frauenlisten, GA-Listen, Junges Freiburg und Grünen? Wie bescheuert ist das denn?
    Gerne noch ein paar überflüssige Satzzeichen: ????!!!?????????????

  11. Till

    Ohne jetzt übertreiben zu wollen: vermutlich wäre „eine Partei mit zwei Fraktionen“ (und 2009 zwei Listen) noch die beste aller möglichen Lösungen.

  12. Tim

    „eine partei mit zwei fraktionen“ funktioniert wohl kaum. innerparteilich wurde doch in letzter zeit stark über die rolle der fraktion diskutiert und wie die partei sich kommunalpolitisch stärker einbringen kann/mitentscheiden kann. und die planung für die nächste kommunalwahl beginnt ja auch so langsam. dabei fehlten – zumindest auf den sitzungen, die ich miterlebt habe – die beiden ausgetretenen.

  13. jw

    @HB + Münsterfan
    ich verstehe, dass Euch das „wie“ des Austritts stinkt, aber Monika und Coinnach hat eben das „wie“ der Arbeit in der GR-Fraktion gestunken. Ich kann das nicht bis ins letzte nachvollziehen, weil ich nicht dabei war. Aber das was ich indizienhaft mitbekommen habe, reicht aus um zu sagen, dass da schon was wahres dran ist. Und wenn jemand eine Linie immer wieder vertreten muss, die er nicht vertreten will, ist das natürlich unangenehm.

    Nichtsdestotrotz verstehe ich auch den Ärger derjenigen, die sich innerhalb der Grünen Partei in genau dieser Richtung engagieren.

    Nur jetzt aufeinander einzuschlagen bringt m.E. gar nichts. Man kann den Entschluss der beiden kritisieren, aber man muss ihn letztlich als gegeben hinnehmen. Wenn man nämlich nörgelnd und nachtretend auftritt, wirkt man wie die SPD gegenüber der Linkspartei. Geholfen hat es denen auf keinen Fall

  14. dt

    @HB

    „Ein Gemeinderat mit Sozialisten, Kulturlisten, Frauenlisten, GA-Listen, Junges Freiburg und Grünen? Wie bescheuert ist das denn? “

    Außer GA-Listen sind alle schon im Gemeinderat vertreten. Nennst du unseren Gemeinderat bescheuert? Und falls die alle gewählt werden, findest du auch Demokratie bescheuert?

  15. GruenesFreiburg » Blog Archiv » Grünen-Vorstand: Ihr gehört zu uns!

    […] GruenesFreiburg grün-freiburgerischer blick auf freiburg, deutschland und die welt. oder umgekehrt. « Verblüfft und sprachlos: Monika Stein und Coinneach McCabe verlassen Grüne Fraktion […]

  16. Münsterfan

    Vor zwei grünen Listen bewahrt uns zum Glück unsere gute alte grüne Satzung. Und vor grünen Mitgliedern, die auf anderen Listen kandidieren, zum Glück auch.

    Wenn jemandem etwas nicht gefällt, sollte er es sagen. So hat es zum Beispiel Robert auf der grünen Jahreshauptversammlung getan. Das war zwar meiner Meinung nach was Form und Inhalt seiner Philipika anging, etwas heftig. Aber es war der Anstoß für einen konstruktiven Diskussionsprozess in der Partei, der der Partei (und damit auch der Fraktion) gut getan hat. Wenn jemand seine Kritik ausspricht, kann man mit ihm darüber reden, kann eine Lösung finden, kann sich mit der Kritik auseinandersetzen. Wer aber seine Kritik nicht äußert, sondern wie Monika und Coinneach offenbar nur in sich hereinfrisst, still bleibt und mit niemandem in der Partei über seine Bedenken und Pläne spricht, der kann keinen positiven Diskussionsprozess anstoßen, der kann noch nicht einmal Mitstreiter finden.

    Allen Menschen, die heimliche Sympathien für Moni und Coinneach empfinden, sei einmal empfohlen, in den Gemeinderatsprotokollen nach zu schauen, wie die beiden bisher im Gemeinderat abgestimmt haben. Auch bei Abstimmungen, bei denen andere Mitglieder der grünen Fraktion anders abgestimmt haben, haben beide im Sine einer eher liberalen, jedenfalls nicht linken Linie abgestimmt. Wenn sie jetzt plötzlich alles ganz anders sehen und sich als die großen Kritiker von links gebärden, dann stellt sich schon die Frage, warum sie bisher im Gemeinderat nicht so abgestimmt haben. An einem „Fraktionszwang“ jedenfalls lag es nicht – den gibt es nicht und andere grüne Fraktionsmitglieder haben ja auch anders gestimmt. Also bitte genau hinschauen. Für mich ist die ganze Austrittskiste von Moni und Coinneach dreierlei: einerseits eine persönliche Psychokiste, die nichts mit Politik zu tun hat und zu der ich nichts sagen möchte, anderseits inhaltlich eine verlogene Sache und im übrigen eine große menschliche Enttäuschung.

    Die sogenannte „GAL“ besteht aus nur zwei Menschen, fast ohne eigene Inhalte, ohne Organisation, ohne Wahlkampferfahrung, ohne Geld – viel Spaß dabei.

  17. Till

    Interessant an der Debatte hier finde ich das weitgehende verstecken hinter Pseudonymen und Buchstabenkürzeln. Die drei GrünesFreiburg-Blogger können natürlich trotzdem die eMail-Adressen sehen, aber bei manchen Beiträgen wäre es vielleicht auch insgesamt besser, mit offenen Karten zu spielen. Ich meine da insbesondere „hb“ und „Münsterfan“, beide offensichtlich intime Kenner(Innen?) der grünen Fraktion.

  18. Gunnar

    Als Nichtparteimitglied war ich über die Nachricht vom Austritt positiv angetan. Dies sciher auch deshalb, weil für mich die atmosphärischen Spannungen und die Art und Weise des Austritts nicht persönlich tangieren. Für mich als Kommunalpolitikkonsument erscheint die Gründung einer Grün-Alternativen Liste, die sich in sozialpolitischer Hinsicht dezidiert links vom grünen Gemeinderatsmainstream positioniert, zunächst mal vielversprechend. Für viele BefürworterInnen einer linken, liberalen und sozialen Politik sind die gefühlte CDU-Nähe der grünen Gemeinderatsfraktion und die Politik Dieter Salomons kaum zu ertragen. Die Linke Liste ist wegen ihrer doch sehr altlinken Ausrichtung (um es kurz zu fassen) auch keine Alternative. Ein neues linkes (auch ein bisschen grünes) Projekt würde in Freiburg bestimmt einige Unterstützung bekommen, unabhängig davon, wie das Verhalten der beiden Abtrünnigen bewertet wird. Vielleicht haben einige Parteimtglieder eben genau davor Angst. Ich kann das Dilemma von den Leuten gut verstehen, die politisch er mit Monika Stein und Coinneach McCabe übereinstimmen und nicht wissen, was sie jetzt tun sollen. Wer bei den Grünen noch was werden will, sollte jetzt nicht unbedingt spalten (ich meine das nicht böse, es ist vollkommen legitim, bei den Grünen etwas werden zu wollen). Ach so, ich finde Tills Einwand hinsichtlich der Anonymität auch richtig.

  19. HB

    HB ist genauso leicht zu entschlüsseln wie jw. Ich kann mir denken, wer Till und Tim sind, aber wer filtor ist, weiß ich so wenig wie Münsterfan und an anderen Kürzeln kann ich nur rumraten.

    „Klartext“ verlangt Till aber nur von den beiden, die M. u. C. Austritt falsch finden und wie ich richtig frustriert deswegen sind. Klar ist für ihn dann auch gleich, dass es sich nur um intime Kennerinnen der grünen Fraktion handeln kann. Soviel zum Atmos-phärischen dieses Bloggs. Ich bin da nicht besonders wetterfühlig, fühle mich dennoch genötigt: Nein, ich bin keine intime Kennerin der Fraktion, gehe aber immer mal da hin, was alle grünen Mitglieder tun können.

    Interessanter @dt Anmerkung zum Thema Demokratie:
    Wir müssen sicher nicht darüber sprechen, dass jeder Parteien, Gruppen, Listen etc gründen und wählen kann, wie er will. Na klar doch.
    Wenn Du aber schon grundsätzlich werden willst: ich halte die traditionellen Neigung des linken Lagers, Abspaltungen zu produziern, weil die Fahne nicht hoch genug und die reine Lehre nicht rein genug gehalten wird, nicht nur für eine Schwäche der Linken. Zu Ende gedacht führen endlose Aufsplitterungen zur Schwächung der Demokratie. Verhandlungs- und Kompromissfähigkeit, Geduld und Nehmerqualitäten sind demokratische Tugenden! Und sie gelten nicht nur für Politiker aller Art, sondern auch für Wähler.
    Um aber wieder runterzukommen: Wenn ich in einem Gremium sitze, das ich ätzend finde, dann will ich da raus. Wenn ich vor meinen Freunden dauernd Entscheidungen verteidigen soll, die mir nicht gefallen, ist das schwer erträglich. Soweit so klar. Aber was wird für M und C jetzt leichter? Sie müssen montags nicht mehr in die Fraktion, ok. Und im Gemeinderat? Absprachen, gemeinsame Entscheidungen, Auseinandersetzungen ….???? Und das angesichts von sechs Gruppierungen auf der linken Seite des GR? Ich verstehe es nicht.

  20. thd

    @HB: Einige Anmerkungen „zum Atmosphärischen dieses Blogs“:

    1. Die Kürzel der hier schreibenden Autoren sind verlinkt und führen auf die Autoren-Seite, auf der die Kürzel der Autoren dieses Blogs (jw, jk, thd) den entsprechenden Personen eindeutig zugeordnet sind. Das gleiche gilt im Übrigen für Till, dessen Name mit seinem eigenen Blog verlinkt ist. Das ist durchaus etwas anderes, als einfache Namenskürzel zu verwenden.

    2. Wir als Betreiber und Autoren dieses Blogs moderieren Kommentare nicht. Kommentare werden von uns höchstens im Notfall editiert oder gelöscht – und zwar nur dann, wenn sie anstößigen oder rechtswidrigen Inhalt aufweisen. Was bislang im Übrigen noch nie notwendig war. Die „Atmosphäre“ der Diskussion hängt also allein von den hier Diskutierenden ab. Wir als Autoren und Betreiber dieses Blogs stehen für einen möglichst offenen Meinungsaustausch und machen uns die Aussagen von Kommentaren weder zu eigen noch distanzieren wir uns jedesmal ausdrücklich, wenn jemand etwas schreibt, was wir nicht unterstützen.

    3. JedeR KommentatorIn hat das Recht und die Möglichkeit, hier anonym zu bleiben. Wir als Betreiber des Blogs werden die uns zugänglichen Daten wie z.B. hinterlegte Email-Adressen in keinem Fall veröffentlichen oder die dadurch möglicherweise ermittelte Identität von KommentatorInnen preisgeben. Das hindert LeserInnen dieses Blogs in meinen Augen aber nicht, um eine Aufdeckung der jeweiligen Identität zu bitten. Wie die Angesprochenen damit verfahren, ist aber ausdrücklich ihre Sache.

  21. Rufretter

    An Münsterfan und HB,

    eure pseudo Aufgeregtheit ist selbstverliebt und zeugt von Ignoranz bzgl. der Austrittsmotive von Monika und Coinneach.
    Bei eurer Argumentation kommt man auf den Gedanken das ihr euch bestens mit der Grünen Fraktion auskennt, vielleicht selbst dazugehört, aber zumindest wohl die Tätigkeit/angebliche Untätigkeit von Monika und Coinnech beurteilen könnt.

    Wir müssen nicht über den Stil des Austritts diskutieren, den finde ich auch unterirdisch und das hat die Partei nicht verdient. Aber offensichtlich ging es den Beiden nicht darum die Partei zu schädigen, sondern vielmehr der Fraktion einen letzten Denkzettel zu verpassen.
    Wie viel an Verletzung muss da im Vorfeld passiert sein, dass die Beiden diesen Weg gewählt haben? Natürlich besteht Politik nicht nur aus atmosphärischen und zwischenmenschlichen Debatten, allerding sollten wir gerade bei Grüns wieder zu einer Kultur des gegenseitigen Respekts zurückfinden – den lassen HB und Münsterfan sehr!!!!! vermissen!!!!

    Grüße vom Rufretter

  22. Till

    Mein Aufruf für mehr „real name“ (bzw. Identifizierbarkeit) geht selbstverständlich auch an Rufretter, HB (da habe ich diverse Vermutungen, wie das Kürzel sich auflösen könnte), dt und Filtor.

    Um es noch mal deutlich zu machen: nicht weil ich das irgendjemand vorschreiben will, sondern weil ich mit gewisser wissenschaftlicher Fundierung fest davon überzeugt bin, dass politische Debatten anders verlaufen, wenn sie mit „offenem Visier“ geführt werden (müssen).

  23. Tim

    @till
    in welcher form verlaufen sie denn anders? und wie sieht die wissenschaftliche fundierung aus?
    @Rufretter
    Gegenseitiger Respekt und Denkzettelverteilerei passen nun einmal nicht zusammen. Als Basismitglied fühle ich mich jedenfalls nicht respektiert durch divenhaftes Verhalten von Mandatsträgern. Ob die nun Metzger, Stein oder McCabe heissen.

  24. Till

    @Tim: ganz knapp gesagt: ohne Identifizierung ist die Debatte möglicherweise ehrlicher, aber auch sehr weniger rücksichtsvoll, sprich: artet schnell in Beschimpfungen aus, weil ja keine Zurechnung der Aussagen zu Personen stattfindet – wenn diese Zurechnung jedoch möglich ist, haben die Äußerungen ein ganz anderes Gewicht, es wird also nichts gesagt, was nicht auch so gesagt würde, oder sogar nichts gesagt, was nicht auch in einer offiziellen Pressemitteilung oder so gesagt würde. Zur wissenschaftlichen Fundierung verweise ich jetzt einfach mal auf die inzwischen unübersehbare Literatur zu computergestützter Kommunikation …

    Nur mal so als Gedankenexperiment: würde sich beispielsweise ein Mitglied des Fraktionsvorstands öffentlich so äußern, wie es „Münsterfan“ hier tut? Wir haben ja die Fraktionspressemitteilung als Vergleich.

    Zum Stil: dass der von allen Seiten gerade nicht überzeugt, das sehe ich auch so.

  25. Tim

    @till
    deine bemerkung zum nicht überzeugenden stil von allen seiten verstehe ich nun garnicht. die reaktionen von partei und fraktion finde ich durchaus in ton und inhalt okay, nicht aber die bisherigen stellungnahmen seitens mccabe und monika stein.

  26. Hans im Glück

    Liebe Blogleser,

    zunächst, ich bin kein Mitglied der Grünen. Ungeachtet dessen, verfolge ich die Diskussion recht aufmerksam und muss mich schon wundern. Warum?
    Nun, weil es wohl einige Parteimitglieder gibt, die nicht auf aktuellstem Stand sind (nicht wahr Tim..). So schaue doch auf die Home-Page der Gal mit dem letzten Statement (25.6) von Fr. Stein und Hr. McCabe.
    http://galfr.wordpress.com/
    Ich persönlich finde den Austritt beider Stadträte mutig. Ist es denn verwerflich zu seinen politischen Überzeugungen zu stehen? Nein.
    Schön, dass zwei Lokalpolitker/innen ihre Pflicht den Wählern gegenüber wahrnehmen und diese als oberste Prämisse für ihre Arbeit sehen.

  27. Tim

    @HansimGlück
    und was willst du mir damit sagen? was hat sich denn deines erachtens grundlegendes geändert durch das statement auf dem galfr-blog vom 25.6.?

  28. Till

    @Tim: die Reaktion der Partei (und auch die von Junges Freiburg) fand ich okay, vom politischen Stil und Umgang her betrachtet war m.E. sowohl die Austrittserklärung von Coinneach und Monika schwierig als eben auch die (doch so ein gewisses Beleidigtsein rüberbringende) Reaktion der Fraktion.

  29. GruenesFreiburg » Blog Archiv » GAF wählt Gemeinderatsliste

    […] Grüne Alternative Freiburg, eine, von den aus der Fraktion ausgetretenen Stadträten Monika Stein und Coinneach McCabe, gegründete WählerInnenvereinigung, hat […]

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