Volki und die bösen Linken

Sie sind links und sie sind überall und sie sind gefährlich. Ganz doll! Wirklich! So gefährlich, dass Thomas Volk, Landesvorsitzender des RCDS (die anderen Posten ignoriere ich mal) den Verfassungsschutz BaWü in einer genial formulierten Pressemitteilung auffordert, Die Linke.SDS zu beobachten. Anlass ist die Kampagne „Marx neu entdecken – das Kapital lesen“, die vor kurzem gestartet wurde.

Dies sei eine „gefährliche Tendenz“, so Volk. Gut, da sitzen also ein paar Marx-Nerds zusammen und diskutieren zum 2 000 000. Mal das Basis-Überbau-Problem. So what? Warum darf man sich nicht mit einem der bedeutendsten Denker der letzten Jahrhunderte beschäftigen? Soll auch Prof. Eßbach beobachtet werden, weil er eine Marx-Vorlesung hält? Mit der gleichen Logik könnte man auch die Lektüre der Bibel verbieten.

Man kann von der Linken.SDS halten, was man will aber um zu glauben, dass das Gespenst des Kommunismus in der Uni umgeht oder, dass Die Linke.SDS tatsächlich in der Lage ist, eine Studierendenbewegung wie in den 60ern loszutreten, was Volk offenbar befürchtet, dazu muss man wahrscheinlich schon RCDSlerIn sein.

Update (30.11. 2008): Sie können es einfach nicht lassen. Die neueste PM der Kommunistenfresser.

8 Kommentare zu “Volki und die bösen Linken”

  1. David

    die verlinkung stimmt nicht. aus dem „%20″ ein “?“ machen und dann stimmts.

  2. jk

    Danke! Funktioniert jetzt.

  3. Till

    Ich finde diese .sds-Lesekreise ja auch lächerlich (warum gerade Marx, und nicht lieber mal was aktuelleres) – aber aus der Lektüre von Marx Marxismus und aus Marxismus Verfassungsfeindlichkeit abzuleiten, bedarf schon einer alaskanischen Phantasie. Oder so.

  4. filtor

    @ Till: Marx‘ „Aktualität“ finde ich zum einen ein ziemlich schlechtes, fast schon albernes Kriterium – die Leute lesen zu Recht auch noch Kant oder gar Platon. Zum anderen aber gehen die Lesekreis-Leute ja davon aus, dass das „Kapital“ gerade einmal wieder seine aktuelle Bedeutung beweise.

    @ JK: Betreiber von blogs (und kommentierende Leser) sollten vielleicht mit der Vokabel „nerd“ sparsam umgehen…

  5. Till

    @filtor: ich finde schon, dass in einem politischen Kontext Aktualität ein Kriterium ist – jedenfalls mogele ich mich jetzt mal so raus, dass ich damit nicht das Erscheinungsdatum, sondern die Passung und Anwendbarkeit auf Gegenwartsgesellschaften und deren Probleme meine. Und da gibt es ja nun durchaus auch anderes als Marx (wo bleiben die Adorno-Lesekreise, die Bourdieu-Lesekreise, die Castells-Lesekreise … oder warum nicht gleich ein Semester Soziologie für alle ;-) ).

    Und dann ist es ja wohl doch so, dass Marx von .sds auch rausgesucht wurde, weil damit so ikonenhaft schön geworben werden kann.

  6. jk

    @filtor: war ja das erste Mal, wenn ich mich nicht irre :-)

    @Till: Der Unterschied ist vlt., dass Marx mittlerweile an deutschen Unis eher zu wenig/gar nicht vorkommt und auf der anderen Seite ein großes Bedürfnis danach besteht. Als ich mal bei ner BuFaTa erzählt habe, dass es bei uns eine Übung zum „Kapital“ gibt, waren manche richtig neidisch. Und das man in der Eßbach-Vorlesung zu Marx kaum einen Platz bekommt und man dort auch JuristInnen, HistorikerInnen usw. sieht, spricht auch dafür.

    Natürlich versuchen sie ihn auch für sich zu nutzen und zu vereinnahmen. Nicht umsonst zitierte Eßbach immer wieder die 25m Lava, die man von Marx runterräumen muss, um ihn zu verstehen.

  7. blog.konstantin- goerlich.de » Blog Archive » Hat funktioniert.

    […] (und gleichzeitig beim kleinsten Anzeichen von Andersdenkenden gleich nach dem Verfassungsschutz ruft), der schadet unserer freiheitlichen Demokratie mehr, als er ihr nutzen möchte, und das verletzt […]

  8. GruenesFreiburg » Blog Archiv » Lieber RCDS,

    […] Punkt, die Konsequenz daraus, vergessen. Ihr habt doch schon in banaleren Fällen nach der Staatsmacht gerufen. Und jetzt? Der RCDS verkennt die Gefahr und wird so mitschuldig! Wer sonst könnte […]

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