Fähnchen, wende Dich…?

Erst grün, dann orange, dann grün, dann – hellblau? Wie Investigativjournalist Joachim Röderer von der Badischen Zeitung herausgefunden hat, spielt Florian Braune (momentan noch Stadtrat der Grünen Fraktion im Freiburger Gemeinderat) mit dem Gedanken, bei der kommenden Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 auf der Liste der Freien Wähler – eben, die in hellblau – zu kandidieren.

Eigentlich in zwei Richtungen konsequent: Zum einen erschienen die politisch-inhaltlichen Schnittmengen Florian Braunes mit dem „bürgerlichen Lager“ manchmal schon beunruhigend groß (selbst für einen „Freiburger Grünen“, muss man angesichts der „Sonderstellung“ dieser Spezies an der Stelle wohl anfügen).

Zum anderen passt es in die politische Vita des Stadtrats: Angefangen bei den Grünen, dort 1999 nicht auf die Liste gekommen, also flugs zu „Junges Freiburg“, dort im Nachrückverfahren für die ersten StadträtInnen Claudia Herbstritt und Sven Greschbach in den Gemeinderat. 2004 dann für Junges Freiburg angetreten und zusammen mit Sebastian Müller in den Gemeinderat eingezogen. 2008 aber Wechsel in die Grüne Fraktion (und zurück in die Grüne Partei). Im Dezember 2008: Wieder nicht auf die Liste der Grünen gekommen.

Also: Neue Liste, neues Glück; ist doch logisch. Noch zwei Wahlperioden, dann ist die Trophäensammlung komplett, könnte man meinen…

Eines sollte man über den Spott aber nicht vergessen: Wie seitens der Mitglieder der Grünen Fraktion im Hinblick auf die Listenaufstellung mit Florian Braune umgegangen wurde, war zumindest unschön. Man könnte hier mit guten Gründen auch deutlichere Worte finden.

Angesichts dessen verwundert es schon ein wenig, wenn Florian Braune nun davon spricht, dass es da „kein böses Blut“ gab – da hat man schon anderes gehört. Jedenfalls einmal mehr kein Glanzstück des persönlichen Umgangs miteinander  innerhalb der amtierenden grünen Gemeinderatsfraktion – aber nach einem solchen kann man dort in der vergangenen Wahlperiode ohnehin lange suchen.

11 Kommentare zu “Fähnchen, wende Dich…?”

  1. Tim

    „Angesichts dessen verwundert es schon ein wenig, wenn Florian Braune nun davon spricht, dass es da „kein böses Blut“ gab – da hat man schon anderes gehört. Jedenfalls einmal mehr kein Glanzstück des persönlichen Umgangs miteinander innerhalb der amtierenden grünen Gemeinderatsfraktion“

    Jedenfalls ein Glanzstück des Umgangs seitens Florian (und politisch richtig klug dazu, weil die freien Wähler und er selbst ja kaum etwas davon haben dürften, wenn Grüns verärgert sind o.ä.), dass er nicht die beleidigte Leberwurst gibt und vermeintliche politische Differenzen vorschiebt, wie wir das vor einem halben Jahr erleben durften.

  2. Tim

    … gemeint sind die beiden austritte austritte aus der grünen fraktion vergangenen juni.

  3. Andreas

    Das fröhliche wechseln der parteifarben, der fraktion und der sprecherämter ist bei uns grüns nicht nur ein persönliches sondern auch ein regelmässiges problem. Das florian nun sein glück bei den fw sucht, ist eine konsequenz des gebrochenen versprechens mit per k. Aber die restfraktion hält dies wohl für politik – alltag, sonst hätte es für dieses thema mehr aufmerksamkeit gegeben, die betroffenen verlassen die partei oder die fraktion und beides. Aus meiner sicht greift der fraktionsvorstand bzgl. kommunikationsdifferenzen 0 ein.
    Aber da seh ich keinen großen unterschied zum kreisvorstand, auch da ist die stimmung schlecht, auch da geben gute leute frühzeitig auf, da sie genervt sind von profilierungssüchtigen Kollegen, die aber am wenigsten arbeiten wenn es darauf ankommt – thorsten ausgeschlossen!

    Wann lernen GRÜNS endlich aus ihren fehlern wie sie mit personal umgehen?

    erfolgreiche politik umzusetzen setzt erfolgreiche teamarbeit vorraus!

  4. Till

    Habe gestern gelernt, dass die Satzung des KV Freiburg einen Zwangsausschluss bei Kandidatur auf gegnerischen Listen vorsieht. Greift der hier dann auch?

  5. thd

    @ Andreas: Auch wenn Du mich aus der Kritik ausgenommen hast, möchte ich dazu als Vorstandsmitglied doch kurz Stellung nehmen. Ich kann – ohne jetzt über irgendwelche Vorstands-Interna plaudern zu wollen – nicht erkennen, dass wir gerade ein Problem mit „profilierungssüchtigen Kollegen“ haben. Das Einspielen der neuen Vorstandsstruktur mag seine Schwierigkeiten mit sich gebracht haben; diese hatten meiner Wahrnehmung nach aber jedenfalls nichts mit einem besonderen Geltungsbedürfnis einzelner zu tun.

    @Till: Ja, das würde auch hier zutreffen. Meiner Lesart der entsprechenden Satzungsbestimmung (§ 3 Abs. 3 Nr. 3) nach aber wohl erst ab dem Zeitpunkt, ab dem die konkurrierende Liste zur Kommunalwahl zugelassen wird.

  6. Till

    Nichtjuristisch würde ich sagen: wer für eine mit großer Wahrscheinlichkeit zur Wahl zugelassenen Liste aufgestellt wird, kandidiert ab diesem Zeitpunkt auf einer konkurrienden Liste.

  7. Klabum

    Es ist schon bezeichnend: während JugendDenkMal vor der Pleite steht hat sich der Herr Braune endgültig ins Bürgertum geschleimt.

  8. jörg

    ich würde sagen, der herr braune und der herr müller haben in der beziehung ganze arbeit geleistet. weiß jemand warum die so besessen sind was jugenddenkmal absägen betrifft?

  9. Sebastian Müler

    Ich verweise auf die Website von Junges Freiburg und besonders auf unsere Anfrage die etwas Klahrheit hier hereinbringen soll: http://www.junges-freiburg.de/index.php?option=com_content&task=view&id=183&Itemid=157

  10. jk

    Das Thema „Z“ wird, wie ich gehört habe, mit Sebastian und jmd. vom Verein auch nächste Woche in der FSK diskutiert. Wen es interessiert: Di, 18.00 im Studierendenhaus (Belfortstraße 24).

  11. till we *) . Blog » Andrang auf den Freiburger Gemeinderat – und die Folgen?

    […] Bündnis 90/Die Grünen als »Junges Freiburg/Die Grünen«) – 2 Sitze, einer davon tritt allerdings jetzt für die Freien Wähler an. 3. Grüne Alternative Freiburg (Abspaltung der grünen Fraktion) […]

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