Jahreshauptversammlung 09

Bei der Jahreshauptversammlung (JHV) der Freiburger Grünen am 18.2. ging es mal wieder gut zur Sache. „Mal wieder“ deshalb, weil sie schon im letzten Jahr der Ort heftiger Auseinandersetzungen war. Auch wenn die BZ schneller war (im Gegensatz zu mir musste Frau Spannagel bestimmt keine Hausarbeiten schreiben), sollen die Vorgänge hier nicht unerwähnt bleiben.

Es begann eigentlich relativ entspannt mit der „Neuwahl“ der KandidatInnenliste für die Kommunalwahl im Juni, da dort bei der letzten MV ein Formfehler gemacht wurde und der letzte Listenplatz noch besetzt werden musste.

Unruhig wurde es dann, als Thorsten seinen Rückzug aus dem Kreisvorstand explizit politisch – mit der, die Vielfalt der Freiburger Grünen nicht abbildenden, Kommunalwahlliste – begründete, während Noch-Vorstandssprecherin Nadyne Dittmann kurz vorher bei der Verabschiedung der nicht mehr antretenden Vorstände nur von beruflichen Gründen gesprochen hatte. Dass die BZ-Journalistin Spannagel ihn anschließend nach Hintergründen befragen wollte, fand Gemeinderat Gerhard Frey offensichtlich so empörend, dass er anfing lautstark Thorsten zu beschimpfen.

Die Aussprache über den Rechenschaftsbericht des Vorstandes entwickelten sich zu einer heftigen Grundsatzdebatte über die Bewertung der neuen Vorstandsstruktur aus 2 SprecherInnen, SchatzmeisterIn und 4 BeisitzerInnen (früher gab es 5 gleichberechtigte Mitglieder). Völlig überraschend wurde festgestellt, dass sie noch nicht optimal funktioniert hat, was natürlich nicht an den in dieser Struktur immanenten Sollbruchstellen, sondern an deren KritikerInnen liegt, die sich partout der neuen Struktur verweigern. Klar, es gibt ja auch nur eine richtige und wahre Interpretation der Satzung und die kennen Per Klabundt und Co. Ach ja, dass die Arbeitsbelastung für die SprecherInnen sehr hoch ist und beide nach einem Jahr aufhören, war ja auch überhaupt nicht vorhersehbar. Da ziehen wir gleich die logische Konsequenz und verzichten besser auf die Doppelspitze (so Nadyne Dittmann). Dann gibt’s keine „Reibungsverluste“ (vlt. eher Machtverluste) mehr und alles wird gut.
Dieter Salomon fand es unglaublich unprofessionell, dass Schatzmeister Jürgen Beiler im Zuge dieser Debatte auch ein bisschen über Vorstandsinterna sprach und reduzierte das Amt des Schatzmeisters im Allgemeinen und Jürgen im Besonderen auf das Verwalten des Kontos und die Ausstellung von Spendenbescheinigungen.
Mal davon abgesehen, dass es für mich als Mitglied durchaus sehr relevant ist, was da im Vorstand so getrieben wird und mir dann die Professionalität auch mal herzlich egal ist, finde ich es menschlich und sachlich unter aller Sau, Jürgen zum Buchhalter des KV zu degradieren.

Zu neuen SprecherInnen wurden Hannegret Bauß (39/9/4) und – nach einer seiner amüsanten wir-sind-toll-und-alles-wird-toll-Reden – Gemeinderat Axel de Frenne (37/4/3) gewählt. Damit steht erstmals ein Mandatsträger an der Spitze des KV. Die Forderung von Angela Klaßen darüber zu reflektieren, was das für einen massiven Einschnitt bedeutet, war zwar durchaus richtig, allerdings war seit der Änderung der Vorstandsstruktur vor einem Jahr klar, dass dies passieren kann bzw. irgendwann muss. Auch bei den Freiburger Grünen können jetzt fröhlich Ämter horizontal und vertikal kumuliert werden.

BeisitzerInnen wurden Gemeinderätin Lioba Grammelspacher (39/2/2) und Abgeordnetenmitarbeiterin Nadyne Dittmann (36/5/1), Jochen Hefer (30/2/0) und Tim Simms (31/1/1). Schön war, dass der Überraschungskandidat Manfred (18/1/1), der erst seit kurzem Mitglied ist, immerhin einen Achtungserfolg erringen konnte.

18 Kommentare zu “Jahreshauptversammlung 09”

  1. filtor

    „unter aller sau“: sollten salomons sprüche in der bz korrekt zitiert sein („stuhlgang“ etc.), ist der mann echt ein autoritärer widerling.

  2. Till

    Ich fände es ganz interessant, von Thorsten noch ein bißchen mehr dazu zu hören (gerne auch direkt). Beim Lesen des BZ-Artikels dachte ich erst mal sowas wie „starkes Signal“. Je mehr ich drüber nachdenke, desto inkonsequenter finde ich es aber, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen, weil einem das Vorstandshandeln politisch nicht gefällt. Okay, es gibt ein Risiko, in so einer Situation nicht gewählt zu werden – aber wer was anders machen will, sollte sich nicht aus einem Amt zurückziehen. Oder müsste dann – aber da weiss ich nicht, wie der Abend lief – doch etwas handfester argumentieren, warum sinnvolle grüne Politik in so einer Konstellation nicht funktionieren kann.

    Ansonsten bin ich ja mal gespannt, ob das neue SprecherInnen-Team (dem ich das ehrlich gesagt eher zutraue als den VorgängerInnen) es tatsächlich hinkriegt, diese Funktion mit Leben zu füllen.

  3. thd

    @Till:

    Ich hatte mich auf der JHV deutlich dazu geäußert, dass es nicht das Vorstandshandeln war, dass mich dazu bewegt hat, nicht mehr zu kandidieren. Auch war es nicht eine irgendwie geartete Angst davor, nicht wiedergewählt zu werden.

    Es ging und geht – wie ich auch auf der JHV öffentlich gesagt habe – darum, dass ich mich mit unserer KandidatInnenliste für die Gemeinderatswahl nicht ausreichend identifizieren kann, da ein gewichtiger Teil des in Freiburg vorhandenen politischen Spektrums trotz personellen Angebots nicht auf ihr vertreten ist. In einer solchen Situation kann und will ich keine Verantwortung als Vorstandsmitglied übernehmen – zumal nicht für einen Kommunalwahlkampf, hinter dem ich nur sehr bedingt stehen könnte.

    Wer sich nun darüber echauffiert, dass auch öffentlich ausgesprochen wird, wie die Liste inhaltlich aussieht, die man man sich per Vorschlagsliste und Vorab-Absprachen zusammengebastelt hat, ist m.E. nicht bereit, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu akzeptieren.

  4. Tim

    @ Thorsten

    …dass ich mich mit unserer KandidatInnenliste für die Gemeinderatswahl nicht ausreichend identifizieren kann, da ein gewichtiger Teil des in Freiburg vorhandenen politischen Spektrums trotz personellen Angebots nicht auf ihr vertreten ist.

    Was war denn das personelle Angebot? Mal von Julian abgesehen, gab es dieses doch garnicht. Es sei denn, man rechnet nun alle Kampfkandidaturen (auch Hannegret, Angela, Florian Braune) zusammen, die teilweise auf doch recht seltsamen Plätzen stattgefunden haben (insbesondere bei den Frauenplätzen). Genauso kann man natürlich auch die Tatsache, dass nun ein Mandatsträger Sprecher ist, kritisch sehen. Alleine: Da hat niemand seinen Finger erhoben und eine Gegenkandidatur angestrengt. Wie auch niemand gegen die Leute in der Fraktion angetreten ist, die man inhaltlich am meisten kritisiert.

    Wie so oft bei Grüns gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen der offiziellen Struktur und den realen Machtverhältnissen. Professsionalisierte (Abgeordnetenmitarbeiterinnen, FraktionsgeschäftsführerInnen) und jene, die sich häufig treffen (Fraktionsmitglieder) haben mehr Macht und Einfluss und ein Problem des alten Vorstands wahr, dass vielleicht zu sehr der Schulterschluss mit der fraktion gesucht wurde – für mich klang schon ein bisschen durch, dass die SprecherInnen wohl mehr wert auf eine Abstimmung mit der Fraktion legten als auf eine Abstimmung mit dem Rest-Vorstand… Sich nun – nachdem man sich so schön mit so manchen Blogbeiträgen hier als kritischer Flügel konstruiert hat – zurückzuziehen, bringt aber rein garnichts. Der doch recht pathetische Rückzug von Thorsten bringt kein politisches Kapital und nicht im Vorstand zu sitzen, scheint mir auch nicht eine Sache zu sein, die inhaltlich wie personell politisch zukunftsträchtig ist.

  5. jw

    @ Tim
    ich weiß ehrlich gesagt nicht was du meinst, wenn du sagst, dass die Kampfkandidaturen von Angela und Hannegret auf „seltsamen Plätzen“ stattgefunden haben. Ich fand es beschämend (das habe ich auch im Grünen Telegramm geschrieben und auf der JHV gesagt), dass die beiden dann selbst als es um die Plätze 17-23 ging noch abgestraft wurden und hinter Nadyne und Nicola gesetzt wurden, obwohl diese gar nicht nach vorne wollten.
    Was deine Einschätzung der Diskrepanz zwischen Struktur und Machtverhätlnissen angeht, gebe ich dir grundsätzlich recht, Thorstens Rückzug war jedoch nicht pathetisch, sondern seine persönliche Entscheidung und man braucht schon sehr große Liebe zur Partei und ein breites Kreuz, wenn man in einer Situation, wo man mit dem Kurs der Partei nicht einverstanden ist und eine ganze Menge Arbeit hat sich nicht zum Rückzug entschließt.
    Ich finde es sehr schade, dass sich so viele aus der Partei zurückziehen, weil der derzeitige Kurs der Partei nicht ihrer ist, man muss aber auch verstehen, dass einige es sich tatsächlich überlegt haben, aus persönlichen Gründen aber keine Zeit dafür finden.
    Ich habe nach der letzten MV für mich beschlossen für den Kreisparteirat zu kandidieren, um meine Ideen ein wenig in die Partei zu tragen und in der Diskussion drin zu bleiben.
    Übrigens bin ich dafür die Bezeichnung „Kritische Geister“ zu den Akten zu legen. Nicht nur nervt die ständige Bezugnahme auf die „so genannten kritischen Geister“, sondern sie impliziert vor allem, dass andere „nicht kritisch“ sind.

    @ Till
    ich habe beim neuen Sprecherduo tatsächlich auch ein recht gutes Gefühl. Ich hoffe, dass Axel seinen zur Schönfärberei neigenden Optimismus manchmal ein bisschen zurücksetzen wird, glaube aber, dass da tatsächlich zwei Köpfe gewählt worden sind, die der Partei auch versuchen werden ein individuelles Profil gegenüber der Fraktion zu geben.

    @ Julian, alle
    ich habe mich ziemlich über Dieter aufgeregt, als er meinte Jürgen so die Leviten lesen zu müssen und ihm das auch noch bevor er gegangen ist gesagt. Ich habe eineinhalb Jahre mit Jürgen im Vorstand zusammengearbeitet und gerade an ihm geschätzt, dass er auf Formalia achtet, dabei stets korrekt ist und nun wirklich nicht der ist, der Dinge im Hinterzimmer vorbespricht und mauschelt. Das von Jürgen angeführte Fallbeispiel, das haben mir mittlerweile mehrere Leute bestätigt, hat sich tatsächlich so abgespielt wie von ihm geschildert und aus Erzählungen kenne ich noch einige andere Beispiele. Was mich umso mehr ärgert ist, dass es sich dabei um das letzte Beispiel handelt, das man versucht Leute, die in der Mitte der Partei stehen als Querulanten abzustempeln.

    Was die Vorstandstruktur angeht, so hat Nadyne mit ihrer Forderung nach nur einer Spitze den Vogel abgeschossen. Statt die Struktur weiter so zu gestalten, dass man am Ende einen bezahlten Halbzeitvorstand hat, sollten wir uns endlich etwas einfallen lassen, wie wir es schaffen, dass auch Mitglieder mit relativ hoher beruflicher oder familiärer Belastung dieses Amt ausfüllen können. Vorstand ist ein politisches Amt und das soll es auch bleiben!

    Pers nicht ganz so subtile Versuche den schwarzen Peter an diejenigen weiterzugeben, die die neue Vorstandsstruktur abgelehnt haben, war wirklich traurig. Ohne diese Aktion wäre Jürgen sicher auch nicht auf die Idee gekommen die „Kommunikationsprobleme“ im Vorstand auszubreiten. Ich war wirklich froh, dass ich mich im letzten Moment noch für die Debatte gemeldet hatte und nach Per noch was sagen konnte. Bin ich eigentlich der einzige der glaubt, dass sich Per absichtlich so spät gemeldet hat, dass nach ihm keiner mehr spricht?

    Insgesamt bin ich der letzte der sagt, dass man Streit nicht auf Mitgliederversammlungen austragen soll, aber dieser Abend war lächerlich, weil nicht direkt über Kompetenzverteilungen gestritten wurde, sondern sich wild gegenseitig beschimpft wurde. Da kann man wirklich glücklich sein, dass Frau Spannagel das nur mit „menscheln“ umschrieben hat.

  6. jk

    @ Tim: Selbst die wenigen Kampfkandidaturen die es gab, waren kaum erfolgreich. Selbst, wenn es ein breiteres „personelles Angebot“ gegeben hätte, wäre das Ergebnis mit großer Wahrscheinlichkeit das Selbe gewesen. Abgesehen dv., dass es natürlich den Versuch gab, andere zu einer Kandidatur zu bewegen. Auch wenn die Gründe im Einzelnen vielschichtig waren, häufig war die Antwort, dass sie keinen Bock auf diese Fraktion haben. Darüber sollten wir uns mal Gedanken machen.

    Ja, es gab keine Gegenkandidaturen bei den Vorstandswahlen. Das dürfte zum Einen daran liegen, dass es vielen so ähnlich ging wie Thorsten, zum Anderen, dass – und das ist ein Grundproblem bei Kandidaturen von „Promis“ im Allgemeinen und MandatsträgerInnen im Besonderen – die Hemmschwelle sehr viel höher liegt, weil man mit jmd. konkurriert, der viel mehr politische Erfahrung, rhetorisches Können, Bekanntheit usw. hat.

    Was du zum Problem der Machtverhältnisse sagst, stimmt. Allerdings kann die Antwort darauf nicht sein, der „Realität“ einfach zu folgen und die Strukturen daran anzupassen. Gewisse Reibungsverluste müssen in Kauf genommen werden, wenn wir auch innerparteilich einen demokratischen Anspruch haben. Sonst enden wir irgendwann wie SPD und CDU.

    @ Johannes: Ich kann es niemandem Verdenken, der nach Jahren deprimierender Erfahrungen, keine Lust mehr hat. Aber ich bin Ossi und von den BürgerrechtlerInnen des Bündnis 90 habe ich die Parole gelernt: Bleibe im Lande und wehre dich täglich. Aber man muss auch die persönliche Entscheidung treffen, wann, wo und wie man das tut. Ich kann Thorstens Entscheidung dahingehend sehr gut nachvollziehen.

    Der Abend war sicher kein Ruhmesblatt. Die persönlichen Umgangsformen im KV wurden ja schon des öfteren angesprochen. Aber in gewisser Weise war er auch ehrlich. Lieber habe ich – und da sind wir sicher einer Meinung – ab und an MVen, die aus dem Ruder laufen, als ein monatliches Ärmchenhebertreffen.

  7. Tim

    @jw
    ich meine hier nicht die blockwahl auf die nicht aussichtsreichen plätze 17-23, sondern die vorhergehenden kampfkandidaturen gegen adelheid, pia, maria hehn. und die fehlende kampfkandidatur gegen edith, die doch so schön mit grundsätzlichen überlegungen gegen mandatshäufelungen begründbar gewesen wäre. meines erachtens taugen diese erfolglosen gegenkandidaturen und julian kandidatur nicht, um so etwas wie die ausgrenzung einer politischen strömung/ eines gewichtigen teils der freiburger grünen zu konstruieren.
    @jk
    gerade weil es wichtig ist, die offiziellen strukturen – MV, Vorstand – zu erhalten, weil eben die inoffiziellen strukturen in viel geringerem masse durch die gesamtpartei demokratisch legitimiert sind (mitarbeiterInnen sind ja garnicht durch die partei legitimiert), ist es falsch z.B. einen Vorstand zu schwächen, in dem man sich aus ihm zurückzieht. die strategie des schmollenden liebesentzugs funktioniert allerhöchsten bei kleinkindern und ihren müttern. in der partei bringt das meines erachtens nichts, sondern schadet mehr als es nutzt.

  8. filtor

    in bezug auf fußballvereine mag es ja rührig sein, auch dann noch treu zur mannschaft zu halten, wenn sie jahrelang riesen mist spielt. bei politischen gruppierungen sollte mensch dagegen nur aus inhaltlicher überzeugung mitmachen, und sich entsprechend zurückziehen oder austreten, wenn die führenden leute eine ganz andere politik fahren. im politischen bereich ist prinzipienlose treue bestenfalls dumm.

  9. jw

    @ Tim
    trotzdem finde ich auch diese Kampfkandidaturen weder seltsam noch die Plätze auf denen sie geschehen sind. Hätten diese KandidatInnen erst auf Platz 13 mit den Gegenkandidaturen anfangen sollen. Ist doch klar, dass dies aus den vorderen Plätzen geschieht und du kennst die Historie, wie die Vorschlagslisten zu Stande gekommen sind.

    Und es geht auch nicht um die Ausgrenzung einer politischen Strömung, vielmehr wurde einfach jedeR, der als „links“ (synonym zu querulant) empfunden wurde, nicht aufgestellt.
    Dass Leute in eine Ecke gedrängt wurden, in die sie nicht gehören ging auf der JHV übrigens munter weiter: Jürgen zum Beispiel ist genausowenig ein linker, nur weil er mal die Fraktion kritisiert hat.

  10. Tim

    @filtor
    richtig. aber wenn die mannschafft im großen und ganzen gute ergebnisse erzielt, mensch den trainer und die frisur des mittelstürmers nicht mag und darüberhinaus der manager die eigenen fans verhöhnt, bleibt man dem verein vielleicht doch auch in der politik treu. wenns zu 80% passt, passts schonmal ganz gut.
    @jw
    wenn es um inhalte geht, dann sollte man auch gegen die leute kandidieren, die für die falschen inhalte stehen bzw. diese vertreten. ob das nun im falle von videoüberwachung und alkoholverbot die waren, gegen die nun eine gegenkandidatur angestrengt wurde, das bezweifle ich doch stark.
    meines erachtens sind aus unterschiedlichen gründen unterschiedliche leute nicht gewählt worden. das kann mensch bedauern. kritisch sehe ich allerdings den versuch daraus eine politische flügel/strömungs/wasauchimmer-sache zu machen, wie in diesem blog teilweise versucht wird. du verweist bez. juergen vollkommen zurecht darauf, dass auch die vermeintlich andere seite einen solchen zusammenhang am mitkonstruieren ist. nur: richtiger wirds dadurch nicht.

  11. Andreas

    Leider war ich nicht auf der JHV, das was mir persönlich erzählt wurde kann ich tws. in diesem Blog wiederfinden. Nämlich ein kleines unzufriedenes Grüppchen (kritische Geister..), das sich durch Tunnel- Beiträge am politischen Leben hält, aber in keiner Form Zeit, Kraft und Arbeit in Parteiämter einbringen möchte. Da lässt es sich leicht einen sogenannter kleinen linkernFlügel bilden, welcher im eigen Saft schmort.
    Leute, ihr habt alle Chancen ungenutzt gelassen um eure Ideen und Änderungsvorschläge PERSONELL zu besetzen, aus Trägheit?
    Sich in Blogbeiträgen beleidigt zurückzuziehen zeigt, das eure Anliegen nicht ernst zu nehmen sind. Selbst die mögliche Kandidatur von Johannes in den Parteirat ist doch ein Witz, der tagte letztes Jahr 0x und wird in diesem Jahr vor der Kommunalwahl nicht mehr tagen, so what?

    Der große Auftritt von Thorsten war wohl pathetisch und gut vorbereitet – da sonst niemand davon wusste… Lediglich sein Hinweis in der Klausur, dass er aus zeitlichen Gründen unentschieden ist. Wo bleibt denn da die stets eingeforderte TRANSPARENZ? Späte Rache an den Vorstandskollegen?
    So wird das nix mit einer ernstzunehmenden GRÜNEN Jugend!

  12. Till

    @Andreas: interessante Info, dass der mit viel Buhei eingeführte Parteirat der Freiburger Grünen de facto gar nicht arbeitet.

  13. Tim

    @Andreas
    „Der große Auftritt von Thorsten war wohl pathetisch und gut vorbereitet – da sonst niemand davon wusste…“

    Vielleicht ist es soziologische Berufskrankheit meinerseits, vielleicht liegt es daran, dass ich diesen Blog verfolge und dies andere nicht tun – richtig überraschend fand ich Thorstens Auftritt eingentlich nicht und das große Überrachtsein seitens mancher ParteifreundInnen hat mich eigentlich mehr überrascht als Thorstens Auftritt, der doch irgendwie absehbar war…

  14. jk

    @ Andreas:

    „kleines unzufriedenes Grüppchen (kritische Geister..)“

    Die Unzufriedenheit ist vlt. größer als du denkst, nur das es sich bei vielen als innerer Emigration äußert. Außerdem: Seit wann ist Quantität ein Argument?

    „aber in keiner Form Zeit, Kraft und Arbeit in Parteiämter einbringen möchte.“

    Wen meinst du damit konkret? Thorsten kann auf eine lange Zeit grünen Engagements zurückblicken. Meine Wenigkeit schreibt gerade das Kommunalwahlprogramm meines alten KV, weil dort unglaubliche Personalknappheit herrscht. Gut, das ist kein „Parteiamt“ aber warum du unbedingt auf Parteiämter abfährst ist mir sowieso unklar. In der Grünen Jugend bearbeiten wir eines der wichtigsten Wählerreservoirs. Ich finde den Vorwurf des mangelnden Engagements, der auch schon an anderer Stelle erhoben wurde, jedenfalls abwegig.

    „Da lässt es sich leicht einen sogenannter kleinen linkernFlügel bilden, welcher im eigen Saft schmort.“

    Es ist schon amüsant, wer hier alles als links gilt. In anderen KVs würden viele dv. maximal als gemäßigte Realos gelten. Thorsten hat immer betont, dass er dieses ganze Flügelgedöns ablehnt.
    „Kritische Geister“-Treffen waren im Übrigen immer öffentlich und auch dieser Blog (auch etwas, das Zeit und Geld kostet) dient der Kommunikation. Wo du da das Schmoren im eigenen Saft siehst, ist mir unklar.

    „Sich in Blogbeiträgen beleidigt zurückzuziehen zeigt, das eure Anliegen nicht ernst zu nehmen sind.“

    Thorsten hat auf der MV eine Erklärung abgegeben, nicht per Blogbeitrag. In welchem Blogbeitrag wird sich denn beleidigt zurückgezogen? Und warum würde daraus folgen, dass unsere Anliegen nicht ernst zunehmen sind? Die Kausalität erschließt sich mir nicht.

    „So wird das nix mit einer ernstzunehmenden GRÜNEN Jugend!“

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nix, was in letzter Zeit im KV gelaufen ist, hatte die GJ zu verantworten. Mal grundsätzlich: Sowohl die Betreiber dieses Blog, als auch die Mitglieder der GJ haben durchaus sehr unterschiedliche politische Ansichten.

  15. thd

    Da ich hier persönlich angesprochen/angegriffen worden bin: Das meiste hat Julian schon gesagt, zu zwei Punkten möchte ich aber noch gerne Stellung nehmen:

    „Der große Auftritt von Thorsten war wohl pathetisch und gut vorbereitet – da sonst niemand davon wusste“ (Andreas)

    „Großer Auftritt“? Pathetisch? Das einzige, was man an meinem Beitrag vielleicht hätte pathetisch nennen können war vielleicht der kurze Rückblick und mein Dank bei meinen VorstandskollegInnen für die gute Zusammenarbeit. Man korrigiere mich, wenn meine Selbstwahrnehmung mich hier trügt. Die von mir geäußerte Begründung für meine Nicht-Wiederkandidatur umfasste ca. 3 Sätze. Wenig Raum für großen Pathos. Aber so ist das wohl, wenn man sich über Dinge auslässt und diese bewerten zu können glaubt, die man selbst nicht miterlebt hat. Aber immer gut, wenn man sich zum Sprachrohr derer macht, die selbst vor allem hinter den Kulissen agieren.

    Zum „gut Vorbereitet“ kann ich nur sagen, dass ich mir erst auf der Versammlung überlegt habe, was ich sage. Und dass hier maßgeblich eine Rolle spielte, dass mich unsere (Ex-)Sprecherin Nadyne mit den Worten verabschiedete, ich träte aus „beruflichen Gründen“ nicht mehr an. Woher sie das wissen wollte, bleibt ihr Geheimnis. Ich bin mir jedenfalls sicher, das in keinem Gespräch jemals als einen mich bewegenden Grund genannt zu haben. Ich war mir bis zur JHV im Gegenteil sicher, auf der Vorstandsklausur deutlich gemacht zu haben, dass ich aus politischen Gründen erwäge, nicht mehr anzutreten. Nach der Wahrnehmung von Nadyne und Lioba habe ich das aber anscheinend nicht getan, sondern begründungslos angedeutet, dass ich mir überlege, nicht mehr zu kandidieren. Für dieses Unterbleiben der Information meiner beiden Vorstandskolleginnen über die Gründe meines Nicht-Wiederantretens (das ich wie gesagt nicht beabsichtigt hatte) habe ich mich bei den beiden auch persönlich entschuldigt. Auf der anderen Seite: Wer wirklich wissen wollte, warum ich nicht mehr antrete, konnte das ohne Weiteres erfahren. Vom Rest des Vorstands bis hin zur Fraktionsvorsitzenden Maria Viethen wussten verschiedenste Leute von meinen Beweggründen. Sich vor diesem Hintergrund vor die JHV zu stellen und was von „beruflichen Gründen“ zu erzählen, steht wohl für sich und forderte eine Richtigstellung ja geradezu heraus.

    Was jedenfalls nicht der Wahrheit entspricht ist die Darstellung, es habe einen „[…] Hinweis in der Klausur [gegeben], dass er aus zeitlichen Gründen unentschieden ist.“ (Andreas). Diese Begründung habe ich – wie gesagt – gegenüber niemandem als einen maßgeblichen Grund für meinen Verzicht auf eine (Wieder-)Kandidatur genannt.

  16. jw

    Lieber Andreas,

    ich kenne dich nicht, aber eigentlich würde ich dich gerne kennenlernen und dir einmal versuchen zu erklären, was die Leute, die auf dieser Seite bloggen, aber auch diejenigen, die du als „kleines unzufriedenes Grüppchen (kritische Geister..)“ bezeichnest, eigentlich wollen und was sie bisher für die Partei getan haben und weiterhin tun werden. Davon abgesehen, dass diese Gruppe keineswegs homogen ist, nur um es mal an den hier Bloggenden zu erläutern, rechnet sich Julian dem Linken Flügel zu, Thorsten hält nichts von Flügeln und ich gehöre eigentlich zum Realo/Reformerflügel, hat diese Gruppe wichtige Impulse zur Selbstreflexion der Grünen gegeben und sich in vielen Ämtern innerhalb der Grünen engagiert. Sie alle eint, dass sie sich nicht als Splittergruppe am Rand sehen, sondern ihre Themen in der Mitte der Grünen diskutieren wollen und festgestellt habe, dass viele Themen nicht mehr ausreichend in der Partei diskutiert wurden.
    Vielleicht darf ich dich darüberhinaus daran erinnern, dass mit Hannegret als Sprecherin und Jürgen als Kassier sich Leute im KV engagieren, die zu dieser Gruppe dazugerechnet werden? Darf ich dich daran erinnern, dass Thorstne viele Jahre als Kassier und Vorstandsmitglied sich für den KV engagiert hat, dass ich zweieinhalb Jahre im Vorstand war, und dass wir uns im Rahmen unserer Zeit auch außerhalb unserer Vorstandszeit im KV engagiert haben, sei es beim Grünen Telegramm, in Arbeitskreisen und Projektgruppen.
    Von beleidigt zurückziehen und im eigenen Sud schmoren kann daher keine Rede sein. Ich bitte dich die individuellen Entscheidungen aller, die nicht für den Posten im KV-Vorstand angetreten, seien sie politisch, wie bei Thorsten oder zeitlich wie bei mir zu respektieren. Im übrigen hat das ganze nichts mit der Grünen Jugend zu tun, was allerdings meinen Eindruck verhärtet, dass du dich nicht wirklich mit der Gruppe oder ihren Anliegen beschäftigt hast.
    Da mir etwas daran liegt nach vorne zu blicken, habe ich mich entschlossen für den Kreisparteirat zu kandidieren, da gerade in diesem Gremium interne Probleme, aber auch wichtige Themen diskutiert werden sollen. Dass dieser im letzten Jahr nicht getagt hat, ist schade, den Schuh möchte ich mir aber nicht anziehen. Im übrigen geht das grüne Leben nach der Kommunalwahl weiter, ich hoffe mit einem starken Ergebnis.

    Zuletzt noch zu deinen Vorwürfen gegen Thorsten er habe seinen Auftritt geplant. Das war definitiv nicht der Fall, sondern spontan und eine Reaktion einerseits auf die Wortwahl Nadynes und andererseits auf den Vorwurf von Per, einige Mitglieder des alten Vorstands hätten bewusst das Funktionieren und Gelingen des Vorstands behindert.
    Solltest du Interesse haben, über die Jahreshauptversammlung nochmal eine Sichtweise aus einer anderen Perspektive zu hören, dann melde dich doch mal bei mir oder einem der anderen per Mail oder sprich einen von uns auf der nächsten Mitgliederversammlung an. Ich für meinen Teil bin gerne bereit Dir zu erklären, was mich/uns bewegt, bzw. mit dir darüber zu diskutieren, was dich daran stört.

    Johannes

  17. jb

    Liebe Leute,

    nachdem ich festgestellt habe, dass ich in diesem Blogg mehrfach erwähnt wurde, möchte ich nun auch noch meinen Senf dazugeben.

    Die verschiedenen Meinungen, dass ich nicht zu den „Linken“ zähle, kann ich verstandesgemäß durchaus unterschreiben. Bei dem in unserem KV herrschenden Machtgefüge fühle ich mich allerdings häufig als radikaler Basisdemokrat, als den ich mich vorher gar nicht so eingeschätzt hätte. Das liegt vielleicht an meiner Neigung zu korrektem Handeln und korrektem Umgang miteinander und an meiner Abneigung gegen Hintergrundmauschelei. Ansonsten lehne ich die Kategorisierung in Flügel ab, denn bei manchen Themen denke ich eher „links“ und bei anderen eher „realo“.

    Bezüglich Thorstens Rücktrittsgründen meine ich mich recht gut daran erinnern zu könne, dass er bereits auf der in vorherigen Kommentaren genannten Vorstandsklausur seinen eventuellen Nichtwiederantritt damit begründete, dass er zeitliche Schwierigkeiten habe und dazu das Problem, dass er als Vorstand dann den Wahlkampf für eine Kommunalwahlliste unterstützen müsste, die er nicht unterstützen mag.

    Diese Position hat Thorsten auch auf der letzten Vorstandssitzung vor der MV nochmals klar und deutlich herausgestellt. Im Anschluss an diese Vorstandssitzung hatte ich mit einem anderen Vorstandsmitglied zusammen mit Thorsten gesprochen, um ihn noch zu einem Überdenken dieser Entscheidung zu bringen.

    Fakt ist auf alle Fälle, dass es allen interessierten Vorstandsmitgliedern im Vorfeld mit Leichtigkeit möglich gewesen wäre, von Thorstens Rücktrittsgründen Kenntnis zu erlangen.

    Im Übrigen hat diese Gruppe der „Kritischen“ tatsächlich nichts mit der grünen Jugend zu tun. Sowohl Robert als auch ich sind über 40 und auf den Treffen waren auch noch andere dabei, die zum Teil sogar schon über 50 sind. Dies als eine Sache der grünen Jugend (nach dem Motto: die müssen ja Revoluzzer sein, da sie jung sind) abzutun zeigt, dass nicht verstanden wurde, was die Beweggründe dieser Gruppe waren und sind. Und leider wahr ist auch, dass viele Kritiker in der Vergangenheit schon resigniert haben und dem aktiven Parteileben den Rücken gekehrt haben. Die größte Gefahr für uns ist, dass dies so weitergehen könnte.

    Noch eine Anmerkung zum Kreisparteirat: letztes Jahr gab es viele Treffen zum Kommunalwahlprogramm, so dass es der Kreisvorstand für obsolet hielt, noch einen Kreisparteirat abzuhalten, zumal auch von aussen dieser Wunsch nicht an uns herangetragen wurde. Aber gerade dieser Tage findet genau ein solcher zum Thema „optische Wahlkampflinie“ und anderes statt.

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    […] fand der „zweite Teil“ der Jahreshauptversammlung statt, die am 18.2 nicht zu Ende geführt werden konnte, weil es wie die BZ schrieb „bei […]

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