Per Klabundt – Bürgermeister von Merzhausen? (Update 11.03. 2009)

Ungläubiges Kopfschütteln ist derzeit im KV Freiburg zu sehen (zumindest virtuell): Per Klabundt, seines Zeichens Mitglied des Freiburger Gemeinderats, früherer Mitarbeiter von Kerstin Andreae MdB und nur auf Platz 16 der Gemeinderatsliste gelandet, hat als Unabhängiger kurzfristig seine Kandidatur für das Merzhäuser Rathaus angekündigt, wo Bürgermeister Eugen Isaak nach 16 Jahren nicht mehr antritt. Das Problem an der Sache: Es gibt mit der parteilosen Hannah Kegel, die für die Grünen im Gemeinderat von Merzhausen sitzt, bereits eine Kandidatin.

Bisher ist nicht klar, ob sie vom OV nominiert wurde oder sich selber beworben hat. Im ersten Fall ginge es wohl in Richtung parteischädigendes Verhalten, im zweiten wäre es „nur“ mies, einer Kandidatin aus den eigenen Reihen in den Rücken zu fallen. Verwunderlich finde ich das bei Per aber eigentlich nicht, schließlich ist er auch schon mal in einer seltsamen Aktion völlig spontan gegen den damaligen Landtagsabgeordneten Walther Witzel bei der Nominierung des Direktkandidaten angetreten.

Auch strategisch ist das sehr befremdlich, schließlich haben die Grünen, den letzten Wahlergebnissen zu urteilen, einen nicht allzu schlechten Stand im Dorf und ich würde sagen – ohne Kenntnis der örtlichen Verhältnisse – hätte ein/e grüne/r KandidatIn ganz gute Karten zumindest in den 2. Wahlgang zu kommen. Wenn sich die Stimmen aufteilen, sieht das wieder ganz anders aus. Aber wahrscheinlich ist das ein überflüssiger Gedanke, da ich mich denen, die Pers Chancen als verschwindend betrachten, anschließe. Er scheint sich hier, von dem Wunsch nach einer hauptamtlichen Funktion geblendet, ziemlich verrannt zu haben.

Artikel in der BZ dazu.

Update 11.03. 2009: Wie sich in den Kommentaren zeigt, sind einige Aussagen revisionsbedürftig bzw. bedürfen der Klarstellung: Per hat vorher mit dem OV gesprochen. Dieser hat mit zwei KandidatInnen kein Problem (im Gegenteil) und hat selbst auch niemanden nominiert. Strategisch ist das auf Grund der Besonderheiten des baden-württembergischen Wahlrechts ebenfalls unproblematisch.

34 Kommentare zu “Per Klabundt – Bürgermeister von Merzhausen? (Update 11.03. 2009)”

  1. Michael

    Hannah Kegel ist nicht die BM-Kandidatin des Grünen Ortsverbands im Hexental, sie bewirbt sich ohne Parteiunterstützung. Trotzdem meinst du, Per Klabundt fiele mit seiner Kandidatur Hannah „in den Rücken“? Vielleicht geht’s auch ‚ne Nummer kleiner.

    Auch deinem Strategieargument kann ich mich nicht ohne weiteres anschließen. Zwei KandidatInnen mit grünem Hintergrund werden zusammen wahrscheinlich mehr Stimmen schöpfen als eine oder einer alleine. Nur im Fall eines zweiten Wahlgangs sollte sich der oder die Unterlegene nicht erneut bewerben sondern versuchen, seine Anhänger auf den oder die grüne MitbewerberIn zu übertragen.

  2. Tim

    „auch schon mal in einer seltsamen Aktion völlig spontan gegen den damaligen Landtagsabgeordneten Walther Witzel bei der Nominierung des Direktkandidaten angetreten“

    Das ist vor meiner Zeit und daher kenne ich die Umstände nicht, ich finde es einen ganz normalen Vorgang auch gegen Mandatsträger bei parteiinternen Nominierungsveranstaltungen anzutreten, wenn man das gut inhaltlich begründen kann (was ich eben für damals nicht einschätzen kann). Wundert mich ein bisserl, ein solches Argument ausgerechnet von einem der Gegenkandidaten von Per bei der Listenaufstellung zu hören ;-)

  3. thd

    Ich glaube bei der Kritik an der damaligen Kandidatur Pers geht es weniger um die Kandidatur selbst als um deren Umstände – den Gerüchten zufolge (ich war damals auch noch nicht im KV – man korrigiere mich also, wenn ich Mist erzähle, ich kenne das auch nur aus zweiter Hand) wurde Pers geplante Kandidatur von ihm nicht im Vorfeld angekündigt, sondern bewusst „verdeckt“ gehalten, obwohl sie bereits feststand und er im Hintergrund „seine Leute“ sammelte, um auf der entsprechenden Versammlung mit einem „Überraschungscoup“ (und natürlich überproportional anwesenden eigenen SympathisantInnen) die Nominierung zu gewinnnen, da niemand unter den UnterstützerInnen von Walter Witzel mit einer ernsthaften Gegenkandidatur rechnete.

  4. jk

    @ Tim/Thorsten: So kenn ich die Geschichte auch. War aber auch vor meiner Zeit :-) Ich bin sicher der Letzte, der es ablehnt gegen AmtsinhaberInnen zu kandidieren oder ihnen einen Bonus einräumt – aber nicht in dieser Form. Da ist die Ironie im Artikel wohl nicht richtig rübergekommen.

    @ Michael: Ich finde es schon, dass er ihr in den Rücken fällt. Schließlich ist ja nicht erst seit gestern bekannt, dass in Merzhausen gewählt wird. Vlt. ist mir da der Stil baden-württembergischer Kommunalpolitik nicht geläufig genug aber m.E: wäre der normale Ablauf für ein Parteimitglied, dass man sich frühzeitig überlegt, ob man kandidieren will, dann mit dem OV spricht, ob der unterstützen/aufstellen will bzw., was der dv. überhaupt hält. Das erfordert schon der Respekt vor den Mitgliedern vor Ort. Sollte es weitere InteressentInnen an einer Kandidatur geben, entweder den OV entscheiden zu lassen (wenn er selber nominiert) oder sich mit den anderen KandidatInnen an einen Tisch zu setzen und zu überlegen, wie man mit der Situation umgeht. Das gebietet die Fairnes. Am Ende kann auch das Ergebnis stehen, dass beide kandidieren.
    Was eben nicht geht, ist kurz vor der Wahl aufzutauchen, die Kandidatur zu verkünden und das – soweit ich weiß – ohne mit dem OV oder Hannah gesprochen zu haben. Das ist schlicht und ergreifend unfair.

    Zur Strategie: Wie gesagt, ich kenne die Verhältnisse in Merzhausen nicht besonders gut. Aber CDU, Grüne und Wählervereinigung scheinen ungefähr gleich stark zu sein und es kommt darauf an, auf den 2. Platz zu kommen. Es ist durchaus möglich, dass 2 KandidatInnen mehr Stimmen bekommen, als eine/r – es geht aber darum, dass man als Einzelner stark genug ist und da kann die Schnittmenge zw. den Wählerpotentialen der beiden den Ausschlag geben.

  5. Till

    Der OV Merzhausen hat wohl keine offizielle Kandidatenkür durchgeführt. Insofern stimmt das Argument mit dem „in den Rücken fallen“ nicht so ganz. Vor kurzem hätten wir ja fast eine ähnliche Situation in Kirchzarten gehabt. Hier wie da gilt für mich, dass eine Bürgermeisterwahl letztlich eine Persönlichkeitswahl und Personenwahl ist und die Parteibindung sekundär ist. Ich fand es unsinnig, wieviel Theater in Kirchzarten gemacht wurde, um eine zusätzliche Kandidatur zu verhindern. Ich denke, auch in Merzhausen werden die WählerInnen wissen, wer besser zum Ort passt. Und vielleicht klappt es ja hier – anders als in Kirchzarten – damit, dass im ersten Wahlgang niemand gewählt wird, und im zweiten Wahlgang dann Grüne eine Chance haben.

    Zum zweiten Wahlgang vielleicht noch eine baden-württembergische Besonderheit: das ist keine Stichwahl, sondern hier können im Prinzip alle nochmal antreten, sogar zusätzliche KandidatInnen. Ich gehe davon aus, dass es für grüne und grün-nahe KandidatInnen selbstverständlich ist, dann ggf. für den/die stärkere KandidatIn aus dem grünen Feld zurückzuziehen.

    Persönlich habe ich ziemlich klare Vorstellungen, wem ich in Merzhausen mehr Chancen einräume. Aber das tut hier nichts zur Sache.

  6. jw

    @ Till

    das ändert die Sache natürlich. In der Tat ist eine Bürgermeisterwahl immer eine Persönlichkeitswahl, wobei natürlich die Parteibindung eine nicht unwesentliche Rolle spielt.
    Abgesehen davon, was man im einzelnen von der einen oder anderen Kandidatur hält, sollte man sich für die Grünen in Merzhausen wünschen, dass es den „grünen KandidatInnen“ gelingt, möglichst viele Stimmen zu erreichen.
    Übrigens hat Till völlig Recht, wenn er auf die Besonderheiten des baden-württembergischen Wahlrechts hinweist. Ich habe es gerade in meiner Heimat am Bodensee erlebt, dass zwei CDU-Kandidaten für ein Bürgermeisteramt kandidiert haben (beide kamen in die Stichwahl, die Frau wurde gewählt) bzw. bei einer anderen Bürgermeisterwahl wurde im 2. Wahlgang derjenige gewählt, der im ersten Wahlgang noch auf dme dritten Platz gelegen hatte, obwohl die beiden vor ihm wieder angetreten waren.

    Ich jedenfalls wünsche beiden „grünen KandidatInnen“ viel Glück und hoffe, dass es Ihnen gelingt über das grüne Potential hinaus WählerInnen zu mobilisieren.

  7. Tim

    @jk
    ich habe das so gelesen, als sei mit dem in-den-rücken-fallen die kandidatur selbst gemeint… danke auch @thd für die erläuterung. persönlich halte ich es für schlechten stil, solche kandidaturen nicht mit der partei abzusprechen/frühzeitig zu kommunizieren.

  8. Dr. Satori

    Ich wäre auch dazu bereit, Bürgermeister von Merzhausen zu werden. Führungsqualitäten wären meinerseits vorhanden (siehe: http://www.pseudolus.de). Wieviel Kohle gibt es denn für den Job? Davon würde ich es abhängig machen.

    Im schütteln von Händen bei Vereinsfeiern, Geburtstagen und Jubiläen bin ich sehr gut und verfüge diesbezüglich über einen reichen Erfahrungsschatz. Alkohol vertrage ich auch eine ganze Menge, so dass ich bei Dorf-, Feuerwehr und Kirchenfesten mit den Eingeborenen durchaus mithalten könnte.

    Bitte um Rückantwort.

    Dr. Satori.

  9. diegruenen-merzhausen

    @jk und alle anderen: Seit 10 Jahren bin ich Fraktionsvorsitzende der Merzhauser Grünen, seit 1996 im Gemeinderat und habe sicher keinen geringen Anteil für die „guten Ergebnisse“ der Grünen vor Ort. Als solche bin ich total entsetzt und wütend über die „mit heißer Luft“ gefüllten öffentlichen Diskussionen auf dieser Seite und fordere alle auf, dies sofort einzustellen und vom Netz zu nehmen!!! Eure ganzen Mutmaßungen empfinde ich als absolut schädigend und als eine unerträgliche Einmischung in unsere Merzhauser Angelegenheiten – wir haben unsere Gründe und überhaupt keine Probleme mit zwei Kandidaten mit grünem Profil ! Also lasst es bleiben, eure Freiburger Probleme zu uns reinzutragen bevor sie öffentlich ausgeschlachtet werden und uns tatsächlich schaden !!
    Ulrike Zimmer

  10. Dora

    Diese Aktion ist nicht gerade sinnvoll. Es ist schade, dass unter den Grünen so viel Missgunst über das Netz verbreitet wird. Ich finde es auch voll daneben, noch mal die alte Geschichte von vor 8 Jahren aufzuwärmen, wo Per überraschend gegen Walter Witzel angetreten ist.
    Im Grunde schadet Ihr damit den Grünen in Merzhausen. Und für die ist, soweit ich da informiert bin, die Kandidatur von Per o. k. Aber wenn Euch private Querelen wichtiger sind, dann ist das sehr schade. Zudem ist die Bürgermeisterwahl in erster Linie eine Sache der BürgerInnen von Merzhausen. Vielleicht sollte man das so auch akzeptieren. Und für die, die gerne auch mal Bürgermeiserkandidat sein wollen gibt es noch genügend Gelegenheiten.

  11. filtor

    @ulrike zimmer: vielleicht melden sie diesen abgrund an parteiverräterischer hetze hier lieber sofort in stuttgart oder berlin? oder gleich bei der polizei? wo kämen wir denn hin, wenn über politische fragen immer öffentliche diskussionen geführt würden!

  12. jb

    @ jk / thd

    Liebe Freunde, ich goutiere viele Eurer politischen Ansichten und freue mich auch immer über Euer Engagement für Basisdemokratie, zu der allerdings gerade auch Gegenkandidaturen gehören. Da der OV Merzhausen im Vorfeld kein „Casting“ möglicher Bewerber durchgeführt hat, bleibt diesen nur der Weg über die direkte Kandidatur bei den Wählern. Und für alle Beteiligten wäre es durchaus hilfreich gewesen, wenn Ihr Euch im Vorfeld ausreichend über die Lage vor Ort informiert hättet. Einfach nur aus purer Gegnerschaft zu Per hier eine Diskussion aufgrund haltloser Unterstellungen in diesem Stil loszutreten, erachte ich nicht als förderlich für die grüne Sache. Und wie Ihr spätestens seit der letzten JHV wisst, bin ich nicht gerade ein Busenfreund von Per. Gegnerschaft ist sehr schön, aber bitte mit Stil und fundiert.

    @ Ulrike

    Die Diskussion aus dem Blog zu nehmen halte ich nicht für sinnvoll. Die Grünen haben sich schon immer durch lebhafte und kontroverse Diskussionen ausgezeichnet und langfristig davon sicher auch profitiert. Von Zensur halte ich nichts. Wenn sich das rumspricht, dann könnte es der grünen Sache vielmehr Schaden zufügen, als solch eine Diskussion. Das Ganze sollte nur etwas sachlicher ablaufen.

  13. thd

    @jb: Ohne mich jetzt von jks Artikel ausdrücklich distanzieren zu wollen – aber geschrieben habe ich den nicht. Alles, was ich hier gemacht habe, war eine Andeutung Julians, die in einem Kommentar offensichtlich missverstanden wurde, nach meinem Verständnis zu erläutern. Also bitte nimm mich nicht in Generalhaftung für Dinge, die ich nicht selbst geschrieben habe.

  14. diegruenen-merzhausen

    Richtig: Diskussion zu politischen Themen ist unerlässlich und gehört zum Grünen Selbstverständnis. Aber: Öffentlich einsehbare Diskussionen zu Personalia mit nicht recherchierten und falschen Behauptungen sind schädlich und nicht akzeptabel.

  15. Dr. Satori

    Schade, mein Kommentar auf diesen Artikel ist der Zensur zum Opfer gefallen. Dabei wäre ich so gern Bürgermeister von Merzhausen geworden…

  16. jk

    @ Dr. Satori: Du bist nicht der Zensur, sondern dem Spam-Filter zum Opfer gefallen. Ich habs gerade freigeschaltet.

    @ alle: Werde demnächst zu einigen Sachen, noch was sagen. Bin im Moment zu sehr mit anderem Zeug beschäftigt.

  17. Münsterfan

    Ich finde es feige, wenn hier erst ohne jede Recherche ein falsches Gerücht in die Welt gesetzt wird und man anschließend nicht den Mut aufbringt, das falsche Gerücht zu löschen (und es so in Kauf nimmt, dass das Gerücht weiterverbreitet wird nach dem Motto irgendwas wird schon dran sein). Und das alles unter dem halbamtlich klingenden Titel „grünesfreiburg“, wo doch diese rein private Internetseite mit den Freiburger Grünen nichts zu tun hat. Ich finde, hier sollten einige Leute einmal darüber nachdenken, welche Konsequenzen sie aus ihren Fehlern ziehen.

  18. jw

    @ Münsterfan

    ich weiß nicht, ob du vielleicht das Update übersehen hast, in dem jk den Artikel klargestellt hat. In Blogs ist es üblich Klarstellung und Korrekturen auf diesem Weg zu machen und nicht die Beiträge zu löschen, da es sonst zu mit Recht Beschwerden über die nachträgliche Zensur gäbe.
    In seinem Update hat jk die Situation klargestellt und erläutert, dass einige Seiner Aussagen so nicht richtig waren.
    Mit feige hat das also nichts zu tun.

    Was den zweiten Vorwurf angeht, so ist der Titel die thematische Klammer des Blogs, in den meisten Fällen geht es hier nämlich um Themen, die die Grünen in Freiburg betreffen (zugegeben manchmal betreffen die Themen auch nur die Grünen oder nur Freiburg). Alle Autoren sind Mitglied der Grünen und veröffentlichen jeden Artikel unter ihrem Kürzel, die auf der Unterseite „Die Autoren“ aufgelöst.

  19. Münsterfan

    Hallo jw,
    ich hatte die Ergänzung von jk bemerkt, das ändert nichts an der von mir beschriebenen Wirkung. Wenn jemand seinen eigenen Fehler einsieht und korrigiert, hier also seine eigene falsche Tatsachenbehauptung löscht, hat das nichts aber auch gar nichts mit Zensur zu tun.

  20. jk

    Sorry, dass es etwas gedauert hat.

    @ Münsterfan u.a.: Hier wird nix gelöscht – weder Kommentare noch Postings. Ausnahmen gibt es lediglich bei Beleidigungen, kriminellen, reinkommerziellen, rassistischen und ähnlichen Äußerungen. Was daran feige sein soll, verstehe ich nicht (schon gar nicht, wenn es von einem anonymen Kommentator kommt). Ich stehe zu den Aussagen, die ich treffe und ich stehe zu meinen Fehlern und versuche daraus zu lernen. Wenn das für dich Feigheit ist, dann bin ich feige. Das Wesen des Blogs ist seine Transparenz: Jeder kann hier nachlesen, wer hier welche Meinung vertreten hat, was wie kommentiert und kritisiert, welche Fehler gemacht und was korrigiert wurde. Das stellt eine neue Herausforderung für die Öffentlichkeitsarbeit der Parteien dar, der man aber bestimmt nicht mit Lösch-Forderungen begegnet.
    Zum Thema „Web 2.0 und Parteien“ gibt es übrigens einen lesenswerten Beitrag von Julia Seeliger http://julia-seeliger.de/im-wahljahr-2009-parteipolitik-und-web-20/

    Entgegen anders lautender Vermutungen habe ich kein persönliches Problem mit Per. Ich habe ein Problem mit seiner Art Politik zu machen und mit manchen Positionen, die er vertritt. Das habe ich kritisiert und werde es weiterhin tun, auch wenn es hier nicht so gerechtfertigt war, wie ich dachte.

    @ Dora: Ich missgönne Per überhaupt nichts und ich habe auch keine „privaten Querelen“ (siehe oben) mit ihm. Bürgermeister von Merzhausen will ich bestimmt nicht werden oder worauf/auf wen bezieht sich der letzte Satz?
    Die „alte Geschichte“ finde ich sehr bezeichnend für o.g. Art, Politik zu machen. Einen Sinneswandel kann ich nicht erkennen, sonst wäre es „voll daneben“ gewesen, so aber nicht.

    Nochmal was Grundsätzliches: Das hier ist weder eine Zeitung noch das Online-Amtsblatt des KV. Alle hier veröffentlichten Artikel sind Meinungsäußerungen des jeweiligen Autors und haben weder offizielle Bedeutung i.S. einer Äußerung des KV, noch handelt es sich zwangsläufig um die Meinung aller Autoren. Wir stellen unsere (subjektive) Sichtweise dar und wollen zu Diskussionen anregen.

  21. Dr. Satori

    Hätte ich denn Chancen als Bürgermeister von Merzhausen?

  22. Miroslav Podolski

    Bin zufällig beim Googlen nach „Bürgermeister Merzhausen“ hier gelandet. Gestern stellten sich alle 5 Kandidaten in einer gemeinsamen Veranstaltung vor. Alle 5 waren mir zuvor völlig unbekannt. Sehr gute Veranstaltung, ungünstig evtl. das „Open End“. Los gings um 19:10 Uhr. Am spannendsten war die erste Stunde, in der sich jeder ca. 10 Minuten vorstellte. Anschließend beantworteten die 5 Fragen der Besucher (alle 5 antworteten reihum auf jede Frage). Nach und nach gingen viele Leute raus, was aber sicher nicht heißt, dass die mit der Veranstaltung unzufrieden waren. Ich beteiligte mich um 21:15 Uhr an einer Massenflucht. Auslöser war die Frage eines Besuchers, wie sich die Kandidaten die neue Ortsmitte (Bürgerhaus) vorstellen. Alle 5 hatten diese Frage bereits vorher ausführlich beantwortet. Meinen Eindruck hatte ich anschließend in einem Forum geschildert, diesen Beitrag kopiere ich mal hier rein:

    „Bin zwar mit dem Rad in einer Viertelstunde am Freiburger Hauptbahnhof, aber ich darf nicht (mehr) den Freiburger Bürgermeister wählen, sondern unseren Dorfbürgermeister. Der jetzige ist wohl schon sehr lange im Amt (weiß ich nicht so genau, weil ich bei der letzten Wahl noch Freiburger war), aber er tritt nicht mehr an und in 2 Wochen wird ein neuer gewählt. Habe mit dem Dorf eigentlich gar nix zu tun außer dass ich da wohne. Mein Leben außerhalb der Wohnung spielt sich in Freiburg ab. Aber mitwählen will ich trotzdem und natürlich nicht nur irgendwas blind ankreuzen. Ich hatte überhaupt erst vor 2 Wochen mitbekommen, dass es diese Wahl gibt, als ein Flyer eines Kandidaten im Briefkasten lag. Bei einer solchen Wahl ist für mich die Persönlichkeit entscheidend, ob/welches Parteibuch vorhanden ist, ist Nebensache.

    Es gibt eine Kandidatin und 4 Kandidaten für den Bürgermeister und heute Abend gab es eine Veranstaltung, auf der sich alle 5 vorstellten. Zuerst durfte jeder 10 Minuten reden, dann mussten alle reihum auf Fragen der Einwohner antworten.

    Beeindruckend: das Kaff hat nicht mal 5000 Einwohner, nach meiner Schätzung waren gut 1000 Leute anwesend, also gar keine Politikverdrossenheit in diesem kommunalen Rahmen.

    Kandidat 1: Verwaltungsfachmann, 30, brillanter Redner, parteiunbhängig, nicht aus dem Dorf. Erhielt für seine Vorstellung klar den meisten Beifall. Mein Tipp: der wird der Neue.

    Kandidat 2: Verwaltungsfachmann + Architekt, 45, relativ guter Redner, parteiunabhängig, nicht aus dem Dorf.

    Kandidatin 3: engagierte Bürgerin aus dem Dorf ohne Parteibuch, knapp über 40, für die Grünen im Dorfältestenclub, las sichtlich nervös und hektisch ihre Rede ab.

    Kandidat 4: Ausbildung habe ich vergessen, ist im Freiburger Gemeinderat bei den Grünen, wirkte sehr schleimig („meine Kandidatur ist eine Liebeserklärung an dieses Dorf“ und ähnlicher Mist).

    Kandidat 5: erfolgreicher Unternehmer aus dem Dorf, parteiunabhänig, hat sich spät zum Kandidieren entschlossen bzw. überreden lassen, wirkte in vielen Punkten weniger informiert.

    Das Dorf ist reich und die zentralen Probleme sind, wie man das neue Dorfkulturhaus und das neue Vereinsheim des Dorfsportclubs gestaltet.

    Meine Wahlentscheidung:

    Kandidat 4 ist fachlich geeignet, fällt aber raus wegen Schleim.
    Kandidatin 3 halte ich für nicht geeignet, da nützt auch der sympathische Eindruck nix.

    Die anderen 3 sind noch im Rennen.

    Kandidat 1: Klar am besten informiert und am überzeugendsten auf alle Fragen antwortend. Aber für mich schon etwas zu stark den Leuten nach dem Mund redend (fast kein Satz ohne „bürgernah“ u. ä., überhaupt nichts Kritisches angemerkt).

    Kandidat 2: Ähnlich 1, aber deutlich mehr Anmerkungen, dass man die Finanzierbarkeit mancher Projekte aufgrund der Wirtschaftskrise neu überlegen müsste.

    Kandidat 5: Oft deutlich schlecht vorbereitet – Unternehmer, der nicht viel Zeit hatte, sich in die Gefährlichkeit des Überquerens jeder Dorfstraße einzuarbeiten. Beieindruckt hat mich: ganz das Gegenteil von Einschleimen. Hat eindringlich geraten, die Ausgaben schon jetzt strikt zu begrenzen, weil die Einnahmen in den nächsten Jahren wegbrechen werden. Hat konkret Punkte aufgezählt, wo er die bisherigen Einnahmeabschätzungen für extrem optimistisch und unwahrscheinlich hält. Seine Tendenz: man muss nicht alles im Kaff haben, was die Leute eh im großen Freiburg finden und sollte lieber auf die Finanzen achten. Sympathisch fand ich die Ehrlichkeit, auch bezüglich seiner noch nicht perfekten Vorbereitung.

    Meine Tendenz: 5 vor 2 und 1 …“

    Fazit: Die beiden Grünen hinterließen bei mir aus unterschiedlichen Gründen klar den schlechtesten Eindruck. Bei der letzten OB-Wahl in Freiburg habe ich übrigens Salomon gewählt.

  23. jb

    @ Miroslav Podolski: Ich war nicht bei der Kandidatenvorstellung dabei, weshalb ich nichts über die Qualifikation der Kandidaten sagen kann. Aber aus Deiner Beschreibung der Kandidaten und Deinen Schlussfolgerungen ergeben sich für mich einige Unstimmigkeiten, die ich nicht unkommentiert lassen möchte.

    Kandidat 5 landet bei Dir auf Platz 1, obwohl er sich erst zur Kandidatur hat überreden lassen müssen. Mit den speziellen Problemen Merzhausens ist er nicht bewandert, obwohl er dort Unternehmer ist und er erachtet es auch nicht für nötig, sich wenigstens vor der Kandidatenvorstellung mit den Problemen Merzhausens zu beschäftigen. Da muss ich doch mal die Frage stellen, ob hier ein wirkliches Interesse an der Kommunalpolitik und den Sorgen der Merzhausener Bürger besteht? Oder fühlt „man“ sich geschmeichelt, dass man zur Kandidatur „gebeten“ wurde?

    Eine wirklich Qualifikation als erfolgversprechender Kommunalpolitiker kann ich auch in der Wiedergabe der Mahnungen vor zukünftigen Engpässen in den Gemeindefinanzen aufgrund der Wirtschaftskrise und wegbrechender Steuereinnahmen nicht erkennen. Dann wäre jeder Journalist, der in den letzten Wochen genau dies in Radio, Fernsehen oder Printmedien gesagt hat genauso geeignet, um Bürgermeister von Merzhausen zu werden.

    Den Kandidaten 4 schließt Du wegen „Schleimigkeit“ aus, obwohl er in Deinen Augen fachlich geeignet ist und einige kommunalpolitische Erfahrung hat. Aber wäre es nicht eher im Interesse des Dorfes, wenn es einen „schleimigen“ Fachmann an seiner Spitze hat als einen zwar erfolgreichen Unternehmer, der sich aber augenscheinlich nicht so richtig für das Dorf und seine Probleme interessiert? Wenn ich diesen Maßstab ansetze, dann müsste Kandidat 4 also vor 5, 2 und 1 kommen (nach Deiner Beurteilung der anderen Kandidaten).

    Wenn Kandidat 1 tatsächlich nur „nach dem Maul“ der Bürger schwätzt, dann würde ich Deiner Einschätzung zustimmen, dass bei ähnlicher Qualifikation 2 vor 1 kommt. Zu Kandidatin 3 kann ich mangels Erklärungen für Deine Einschätzung nichts sagen.

    Am Ende wird sich wahrscheinlich leider wieder zeigen, dass der gewählt wird, der sich am besten Verkaufen kann und am wenigsten aneckt. Und das wird – wenn ich dies aus Deinen Beschreibungen rauslese – wohl am ehesten Kandidat 1 sein. Aber vielleicht ist Merzhausen ja anders und es wird tatsächlich nur nach Fachkompetenz entschieden. Manchmal sollen ja Wunder geschehen!

  24. filtor

    @ Podolski/jb: „Persönlichkeit“ und „Fachkompetenz“ – Ich muss wohl naiv sein, wenn ich davon ausgehe, dass Leute sinnvoller Weise in erster Linie nach politischen, also inhaltlichen Kriterien wählen, und höchstens in zweiter Linie nach Auftreten etc…

  25. Miroslav Podolski

    @jb und @ filtor

    Eure Einwände kann ich alle nachvollziehen. Ich muss zunächst aber sagen, dass ein Bürgermeister in einem Dorf ohne große Probleme für mich in erster Linie ein Repräsentant ist, so ähnlich wie Franz Beckenbauer als Präsident des FC Bayern ;-). In welche Richtung die politischen Entscheidungen gehen, wird in erster Linie durch den Gemeinderat bestimmt. Ein Verwaltungsfachmann der repräsentieren und zwischen unterschiedlichen Interessengruppen vermitteln kann, muss also nicht unbedingt das Schlechteste sein. Salomon wurde in Freiburg auch von vielen gewählt, die in keiner Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl je grün wählen würden.

    Es viel übrigens auf, wie wichtig allen 5 Kandidaten das hervorheben der Partei-Unabhängigkeit war. So habe ich erst hinterher über die persönliche Homepage herausgefunden, dass der Unternehmer seit Januar in der CDU ist (das einfach zu verschweigen übrigens ein klarer Minuspunkt in meiner Beurteilung). Er hat sich erst vor wenigen Wochen als letzter der 5 zur Kandidatur entschlossen. Sicher kennt er Merzhausen als hier geborener viel besser als die beiden Verwaltungsfachleute, die nie hier gelebt haben. Nur war der ganze Wahlkampf auf 3-4 Themen fixiert und da haben sich die „professionellen Bewerber“ monatelang ziemlich perfekt drauf vorbereitet (wie viele Quadratmeter Fläche gibt es in der Hauptschule, wie heißt die Dorftheatergruppe etc.). Da mich von den ganzen Wahlkampfthemen kein einziges interessiert (ich brauche weder neue Vereinsheime noch ein neues Dorfzentrum), spielte dieses Detailwissen für mich überhaupt keine Rolle. Es war nun auch nicht so, dass die beiden Grünen spezielle Grüne Politik durchsetzen wollten und der Unternehmer spezielle CDU-Politik. Alle 5 nannten z. B. als Ziel, die Betreuungsplätze für U-3-Jährige auszuweiten. Der Unternehmer äußerte sich ganz klar, dass er für den Neubau im Dorfzentrum nur ein Bürgerhaus und keine zusätzlichen Geschäfthäuser will (generell, aber vor allem sieht er Bau und Vermietung von Geschäftshäusern nicht als Aufgabe der Gemeinde).

    Die „Imagebroschüre“ von Kandidat Nr. 1 gibts auch in Internet. Hier der Link: http://www.christian-ante.de/index.php?page=gemeindeleben. Alles nett und konfliktstofffrei, z. B. “ Die größte Aufgabe und Entwicklungschance für Merzhausen ist die neue Dorfmitte. Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung sind gefordert, Lösungen zu erarbeiten, die Bedarf und Folgekosten angemessen berücksichtigen.“ Er sieht sich eben einfach als Manager, die Entscheidungen sollen die Bürger bzw. der Gemeinderat treffen.

  26. Kaffbewohner

    @Lukas Klose äh Miroslav Podolski (Hirnmasse bei beiden eh dasselbe)
    So viel wert sind Deine „Bewertungen“:
    1. Dein „unabhängiger Kandidat“ Nr. 1 wurde von der CDU nach „speziellen Kriterien“ ausgewählt und seit Anfang 08 für die Kandidatur gebrieft. siehe http://www.badische-zeitung.de/au/zwei-bewerber-sind-schon-im-rennen–10984760.html- soviel zu Deiner Bewertung von „unabhängig“. Preisfrage: Was glaubst Du wie viel Zeit nach der Wahl vergeht bis dieser Kandidat CDU Mitglied sein wird ?
    2. Alle Kandidaten sind im web vertreten – Du nennst nur einen – wer führt Dir den Griffel ?
    Auf so „aufgeblasene Besserwisserwoller und [editiert – wir dulden keine persönlichen Beleidigungen – thd]“ verzichten wir gerne in unserem „Kaff“.

  27. Kaffbewohner

    Berichtigung: Auf so „aufgeblasene Besserwisserwoller und [editiert – wir dulden keine persönlichen Beleidigungen – thd]“ wie Dich verzichten wir gerne in unserem „Kaff“.

  28. Miroslav Podolski

    @ Kaffbewohner
    Tut mir leid, aber da liegen ja gleich mehrere Missverständnisse vor. Wenn du meinen ersten Beitrag liest (4. April), klingt das ganz bestimmt nicht wie Werbung für Ante (hatte den Namen auch längst wieder vergessen und musste ihn vor meinem Beitrag ergooglen). Diesen 1. Beitrag habe ich nur hier reinkopiert, geschrieben war er für ein ganz anderes, unpolitisches D-weites Forum, in dem vermutlich niemand je den Namen Merzhausen gehört hat. Ich wollte dort nur meinen ganz persönlichen Eindruck von dieser Kandidatenvorstellung schildern. „Aufgeblasen“ passt vielleicht zur Textlänge, aber „Besserwisserwoller“ trifft gar nicht, eben weil ich nur meinen persönlichen Eindruck beschrieben habe.

    Ich stehe politisch keiner Partei nahe und interessiere mich speziell für die Kommunalpolitik von Merzhausen gar nicht. Genau das war ja mein Anliegen – an meinem Beispiel zu beschreiben, wie jemand, der keinen Kandidaten kennt und auch von der Kommunalpolitik nahezu nichts mitbekommt, versucht seine Entscheidung zu treffen … habe auch nicht geschrieben, dass mein Eindruck irgendwie repräsentativ für alle Merzhauser ist.

    Badische Zeitung habe ich keine und so waren Kandidatenvorstellung + Flyer die einzigen Infos, die ich hatte (+ paar mal kurz im Internet surfen, z.. B. heute um einen Link zu diesen Allgemeinplätzen von Ante hier reinzukopieren). Deshalb war mir deine Info zur Unterstützung von Ante durch die CDU neu. Aber vielleicht gilt das ja jetzt gar nicht mehr, wenn ein CDU-Mitglied kandidiert? Zudem bin ich sicher, dass der Ante nach seiner Wahl nicht in irgendeine Partei eintreten würde. Momentan geht übrigens meine Tendenz zu Kandidat Nr. 2 … zumindest für die 1. Wahl, dann kann ich ja noch mal überlegen :-). Wie Kandidat Nr. 2 heißt, habe ich übrigens auch wieder vergessen, aber irgendwo liegt noch sein Flyer rum.

  29. thd

    Als Hinweis meinerseits: Entsprechend der auf unserer Impressums-Seite einzusehenden Kommentar-Richtlinie habe ich die beiden obigen Kommentare von „Kaffbewohner“ wegen anstößigen Inhalts – in dem Fall einer beleidigenden Bezeichnung – editiert.

    Wir freuen uns über lebhafte Diskussionen auf diesem Blog, bitten aber alle Diskutierenden, in ihren Beiträge sachlich zu bleiben und auf beleidigende Äußerungen zu verzichten.

    Die Linie zwischen „harter Kritik“ und „Beleidigung“ ist manchmal schwer zu ziehen; in obigem Fall war sie m. E. aber deutlich überschritten.

  30. Miroslav Podolski

    Danke fürs Editieren. Eine Editiermöglichkeit für alle Schreiber (für ca. 10 Minuten nach dem Senden) fände ich übrigens auch nicht schlecht, wenn ich meine ganzen Tippfehler von heute Nachmittag so ansehe. Immerhin habe ich jetzt mit Erstaunen erwikipediat, dass das Wort „Allgemeinplätze“ tatsächlich existiert, eigentlich wollte ich „Gemeinplätze“ schreiben.

    Ich fühle mich nicht ganz unschuldig an diesem verbalen Steinewerfen meines Kaffkollegen und deshalb fand ich das nicht weiter tragisch. Hätte ich meinen 1. Beitrag gezielt hier für dieses Forum geschrieben, dann hätte ich einige Formulierungen anders gewählt. Z. B. hätte ich konkret die Namen der Kandidaten (soweit noch in Erinnerung) und des Ortes genannt und nicht von „Kandidat 1″ bis „Kandidat 5″ und „Kaff“ gesprochen. „Kaff“ war da übrigens gar nicht negativ gemeint, ich lebe ja sehr gerne in Merzhausen. Es sollte nur die bescheidene Einwohnerzahl im Vergleich zu Freiburg verdeutlichen. Allerdings hielte ich es für viel vernünftiger, Merzhausen zu einem Vorort von Freiburg zu machen, was es ja von der ganzen Infrastruktur schon lange ist (im Gegensatz zu am Tuniberg liegenden Vororten). Dann müsste ich mir jetzt auch nicht überlegen, wenn ich nächste Woche wähle.

    Außerdem hätte ich mich, wäre mein 1. Beitrag für diese „Grünen-Seite“ verfasst gewesen, etwas diplomatischer ausgedrückt, was meine Einstufung des Herrn Klabundt betrifft. Deshalb hier noch mal etwas sachlicher. Sätze wie: „Ich weiß, wie der Hase läuft.“, „Ich bin im besten Sinne ein professioneller Allrounder.“, aber vor allem: „Bürgermeister von Merzhausen zu sein ist mein Traumberuf. Meine Bewerbung dürfen Sie durchaus als eine Liebeserklärung an Merzhausen verstehen.“ sind für mich die optimale Abschreckung. Ich will weder Seblstbeweihräucherung noch … jetzt fällt mir leider kein gefälligeres Synonym zu Einschleimen ein … sondern Sachargumente hören.

    Wer den Merzhauser Wahlkampf nicht mitbekommen hat und meine Einschätzungen überprüfen will, kann in der BZ alle 5 Reden nachlesen:
    http://www.badische-zeitung.de/merzhausen/die-reden-zur-buergermeisterwahl. Da fehlt dann natürlich der persönliche Eindruck, den ich beim Zuhören hatte. Ich werde übrigens Hannah Kegel wählen … nur nicht zur Bürgermeisterin, sondern bei der Kommunalwahl im Juni (falls sie da wieder kandidiert, wovon sie wohl nur die Wahl zur Bürgermeisterin abhalten könnte).

  31. Till

    @Podolski: Hannah Kegel wird dieser Seite der Merzhauser Grünen zufolge wohl nicht wieder für den Gemeinderat kandidieren – musst sie also schon als Bürgermeisterin wählen.

  32. Miroslav Podolski

    Hallo Till,

    vielen Dank für die Info. Ganz schön hohes Durchschnittsalter, 10 von 14 KanditatInnen 53-69 Jahre alt, nur eine Kandidatin unter 40. Das soll jetzt weder eine negative noch eine positive Wertung sein, hat mich nur überrascht. Da hätte Hannah Kegel als „junger Hüpfer“ doch gut reingepasst. Ein Thema (auch von ihr) war bei der Kandidatenvorstellung, dass hier in Merzhausen die Mieten für die meisten jungen Familien mit Kinder viel zu hoch sind. Teilweise ist die Grünen-Liste vermutlich repräsentativ für ein relativ hohes Durchschnittsalter im Ort.

  33. Miroslav Podolski

    Wahlergebnis: Die 3 ohne Wahlplakate lagen vor den beiden mit Wahlplakaten – Werbung ist nicht alles.
    Ante 28,0 %, Krapp 24,0 % (inkl. meiner Stimme), Kegel 20,9 %, Brinkmeier 15,4 %, Klabundt 11,5 %.
    Bin gespannt, wer wieder antritt in 2 Wochen, wenn die einfache Mehrheit entscheidet. Die ersten beiden sind natürlich dabei. Für Hannah Kegel wäre ein erneutes Antreten meiner Meinung nach sinnvoll (Alternative zu 2 von der Laufbahn untereinander nicht unähnlichen Kandidaten), für Brinkmeier und Klabundt sicher nicht.
    Mein Eindruck als „neutraler Beobachter“ der Kandidatenvorstellung war scheinbar doch nicht so unrepräsentativ ;-).

  34. GruenesFreiburg » Blog Archiv » CDU-Kandidat Ante Bürgermeister von Merzhausen

    […] nur knapp 11,5 % der Stimmen auf sich vereinen konnte. Auf GruenesFreiburg war im Vorfeld der Wahl die Kandidatur zweier KandidatInnen aus dem grünen Umfeld kommentiert und kontrovers diskutiert […]

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