CDU-Kandidat Ante Bürgermeister von Merzhausen

Der heutige 2. Wahlgang hat es entschieden: Wie die Badische Zeitung berichtet, ist der parteilose, aber von der Merzhauser CDU-Fraktion unterstützte Christian Ante mit 36,96 % der Stimmen (absolut: 852 Stimmen) im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister der an Freiburg grenzenden Gemeinde gewählt worden. Auf Platz 2 rangiert der unabhängige Kandidat Harald Krapp mit 29,15 % (672) der Stimmen, auf Platz 3 fand sich die der Grünen Gemeinderatsfraktion (aber nicht der Grünen Partei) angehörige Hannah Kegel mit 24,08 % (555) der Stimmen wieder. Der vierte Kandidat Joachim Brinkmeier landete mit  9,76 % (225) der Stimmen abgeschlagen auf dem 4. Platz. Die Wahlbeteiligung lag mit nur 59,54 % noch knapp unter der des ersten Wahlganges (60 %).

Im zweiten Wahlgang nicht wieder angetreten war der Freiburger Grüne Per Klabundt, nachdem er im ersten Wahlgang nur knapp 11,5 % der Stimmen auf sich vereinen konnte. Auf GruenesFreiburg war im Vorfeld der Wahl die Kandidatur zweier KandidatInnen aus dem grünen Umfeld kommentiert und kontrovers diskutiert worden.

Gespannt darf man sein, wie lange Herr Ante seine im Wahlkampf dem Vernehmen nach betont zur Schau getragene „parteipolitische Unabhängigkeit“ bewahren wird – die Beispiele anderer „unabhängiger“ Bürgermeister im Ländle haben gezeigt, dass der Mitgliedsantrag bei der Union schneller eingeht, als sich die WählerInnen umschauen können. Aber vielleicht ist Christian Ante ja tatsächlich eine Ausnahme?

Ein Kommentar zu “CDU-Kandidat Ante Bürgermeister von Merzhausen”

  1. Miroslav Podolski

    Politikverdrossenheit?

    Kleiner Nachtrag von mir als mittelmäßig politisch interessiertem Merzhauser (oder Merzhausener? – selbst nach 4 Jahren hier im Dorf weiß ich das noch nicht) ohne Parteibindung.

    Ich selbst bin gar kein Politikverdrossener, denke aber, dass ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung der ganz offensichtlich im Rahmen der Globalisierung stark eingeschränkte Handlungsspielraum der nationalen Regierungen ist. Nachfolgend eine etwas wirre Zusammenstellung einiger Gedanken (schade, dass das Forum wenig frequentiert ist und kaum Diskussionen zustande kommen):

    Sofern es überhaupt jemals funktioniert hat, macht die einfache Unterteilung in unternehmerfreundliche (ganz vereinfacht: gehts den Unternehmern gut, dann profitiert davon die gesamte Bevölkerung) und arbeitnehmerfreundliche (ebenso vereinfacht: Unternehmer wollen die Gewinne für sich behalten, wenn man nicht die Beteiligung der Bevölkerung gesetzlich regelt) Politik keinen Sinn mehr. Einschränkungen für die Unternehmer können sich durch die Globalisierung schnell negativ auf die gesamte Bevölkerung auswirken. Für die Unternehmer positive Regelungen müssen nicht unbedingt auch positiv für alle sein.

    Gerade auf Dorfebene erwartet man, dass diese Politikverdrossenheit nicht so groß ist. Für mich brachte die Merzhauser Bürgermeisterwahl da aber eine sehr negative Überraschung. Sparsamer Umgang mit den vorhandenen Geldern war für mich das entscheidende Thema. Brinkmeier, Krapp (von mir gewählt) und teilweise Kegel setzten sich da gegen den Bau eines Wohn- und Geschäfsthauskomplexes durch die Gemeinde Merzhausen ein. Nach der Wahl erwies sich dann aber, dass darüber bereits entschieden ist (die endgültige Abstimmung im Gemeinderat fiel erst nach dem 1. Wahlgang, der Ausgang stand aber wohl schon vorher fest) und der neue OB gar keinen Einfluss mehr darauf hat. Da kommt man sich als Wähler ziemlich doof vor.

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