Männer ja, aber jung?

Die BZ hat nun auch einen Artikel zur Podiumsdiskussion des Rumpf-RPJ, über die hier schon ausführlich diskutiert wurde. Da das Ganze von der BZ moderiert wurde, war der Veranstaltung zumindest diese Öffentlichkeit garantiert. Ob der den dort anwesenden Kandidaten – ja, es waren nur Männer – wirklich hilft ist die andere Frage. Hartmut Hanke von den Julis war mit 26 der Jüngste, also ungefähr so alt wie ich, der ich es schon problematisch finde unter dem Jugendticket zu laufen.  Immerhin können er und mit Abstrichen wohl auch Kai-Achim Klare (SPD), als Doktorant, die studentische Sichtweise vertreten. Dass aber mit Stefan Schillinger (SPD), Sascha Fiek (FDP)Siegfried Lorek (CDU) und Daniel Sander (CDU), vier über dreißig-jährige sich als jung darstellen verwundert dann doch.

Dass die sechs karrierebewussten Herren der Schöpfung es nicht für nötig hielten, einer Frau Platz auf dem Podium zu machen spricht für sich.  Dass sie damit mindestens 50 % der Freiburger Jungwähler nur bedingt ansprechen, auch. Dass darüber hinaus aber vor allem die CDU-Kandidaten eher jugendfeindlich wirken, mag dann ihr übriges tun. Bei Daniel Sander ist eben Sauberkeit und Ordnung alles. Aber lassen wir selbst für ihn sprechen und zitieren die BZ:

Daniel Sander wünscht sich einen „Gemeinde-Ordnungsdienst“, der für „mehr Nachtruhe für die Bürger“ sorgen soll.

Wenig verwundern mag dann auch, dass Sascha Fiek als Fahrlehrer Geld beim Ausbau der Straßenbahnen Geld einsparen will, man schaufelt sich ja nicht sein eigenes Grab (Achtung Ironie!).

Wenn man mich in Kürze fragen würde, wie ich mich zu den im Artikel angesprochenen Themen aussprechen würde, dann würde das ungefähr so aussehen:

Alkoholverbot im Bermuda-Dreieck: Abschaffen, bringt nichts, da sich die Probleme verlagern (z.B. Johanneskirche), stattdessen mehr Geld in Suchtprävention.

Städtische Investitionen und Schulden: Die städtischen Mittel sind begrenzt, auch in den kommenden Jahren muss daher darauf geachtet werden neue Schulden zu vermeiden (300 Millionen sind jetzt schon genug. Gerade wenn wegen der Wirtschaftskrise die städtischen Einnahmen weiter zurückgehen, müssen die Prioritäten ganz klar beim Klimaschutz (Ausbau ÖPNV, energetische Sanierung) und im Bildungsbereich (Schulsanierung, Ausbau Ganztagesschulen und Kinderbetreuung,  günstiges – 1 € oder sogar umsonst – Mittagessen für Kinder aus einkommensschwachen Familien) liegen. Dass sich durch diese Ausgaben in einzelnen Jahren konjunktureller Schwäche, auch eine Schuldenneuaufnahme kaum vermeiden lässt, ist normal. Das übergreifende Ziel muss jedoch eine Entschuldung der Stadt bleiben.

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